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Ein Reporter für ein Boulevardblatt, ein zweiköpfiges Eichhörnchen und Elvis-verrückte Aliens: „Zak McKracken and the Alien Mindbenders“ erschien 1988 und ist laut LucasArts-Wiki das zweite Spiel mit der SCUMM-Engine nach „Maniac Mansion“. Dieser Beitrag erzählt, wie es entstand, wie es gespielt wird, was die Presse damals schrieb und wie du es heute noch spielen kannst.
Inhalt (9)
Die Eckdaten
- Erscheinen: 1988, bei Lucasfilm Games (später LucasArts). Der genaue Monat wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben; Happy Computer testete das Spiel laut Kultboy schon im September 1988.
- Leitung: David Fox entwarf das Spiel; Matthew Alan Kane war Mitdesigner und Mitprogrammierer und schrieb die Musik. Laut Adventure Corner gehörten auch David Spangler und Ron Gilbert zum Team.
- Technik: Laut LucasArts-Wiki ist es nach „Maniac Mansion“ erst das zweite Spiel mit der SCUMM-Engine.
- Plattformen: Laut Kultboy gab es Tests für C64/128, Amiga, Atari ST und PC.
Die Geschichte: Ein Reporter, ein Eichhörnchen und Elvis-verrückte Aliens
Zak ist ein Boulevardreporter aus San Francisco. Ein Traum führt ihn laut Adventure Corner zu einem zweiköpfigen Eichhörnchen, einem Kristall und einer Karte. Über die Journalistin Annie gerät er in eine Bedrohung durch Elvis-verrückte Aliens. Um die Erde zu retten, braucht es außerdem die Studentinnen Leslie und Melissa auf dem Mars.
Laut dem LucasArts-Wiki war das Spiel ursprünglich ernster gedacht, ähnlich wie Indiana Jones. Ron Gilbert überzeugte David Fox, den Humor zu verstärken. Fox wollte ein größeres, weniger lineares Abenteuer mit Schauplätzen rund um die Welt statt eines einzelnen Hauses wie bei „Maniac Mansion“.
Vier Figuren, eine Weltreise
Man steuert vier Figuren: den Reporter Zak, die Archäologin Annie und die beiden Studentinnen Melissa und Leslie. Die Figuren tauschen Gegenstände aus und arbeiten zusammen. Der Schauplatz reicht von der Erde bis zum Mars. Adventure Corner lobt Zak als glaubwürdigen, zynischen Hauptdarsteller; Annie, Leslie und Melissa bleiben dagegen blass, und Leslies wechselnde Haarfarbe findet der Test verwirrend.
Wer die Reihe kennt, findet die Wurzeln bei Maniac Mansion und Day of the Tentacle. Die Linie führt weiter über Indiana Jones zu Monkey Island. Wie es bei LucasArts weiterging und endete, steht in Das Ende von LucasArts.
Rätsel, Sackgassen und die Sache mit dem Geld
Das Spiel gilt als knifflig. Adventure Corner kritisiert einen dünnen roten Faden, fehlende Gegenstände und viele Sackgassen. Der größte Frustfaktor ist Geld für Flüge: Ohne Bargeld steckt man fest. Falsche Aktionen können Gegenstände unwiederbringlich verschwinden lassen, und eine zu frühe Rückkehr der Mars-Figuren ist fatal, weil die Reise Monate dauert.
Dazu kam ein externer Kopierschutz: Bei einigen Flügen musste man laut Adventure Corner einen vierstelligen Code eingeben. ScummVM blendet diese Abfrage aus. Frühe Versionen enthielten außerdem eine Ausgabe der Zeitung „Nachtecho“, die später wegfiel.
Die Musik stammt von Matthew Kane, und der Titeltrack gilt als Kultstück, das mehrfach gecovert wurde.
Was die Presse schrieb
Laut Kultboy erschienen Tests in diesen Magazinen, jeweils mit der Wertung der gezeigten Plattform:
- Power Play, 10/1988, C64/128: 91 Prozent
- Happy Computer, Spiele-Sonderteil, 9/1988, PC: 91 Prozent
- Power Play, 2/1989, Amiga: 92 Prozent
- Power Play, 4/1989, Atari ST: 91 Prozent
- 64er Sonderheft, 1/1991, C64/128: 8 von 10
- PC Games, 2/1993, PC: 69 Prozent
Adventure Corner vergab 2008 im Klassiker-Test 8 von 10 Punkten und nannte das Spiel „ohne jeden Zweifel ein bemerkenswertes Spiel“, hielt es aber für zu unausgereift, um zur Krone der Adventures zu gehören. Auf MANIAC.de erinnerte Ulrich Steppberger 2014 an die damalige Werbeanzeige, die ein Leser „total überfrachtet mit Info“ nannte.
Die FM-Towns-Fassung von 1990
Für den japanischen Computer FM Towns von Fujitsu erschien 1990 eine verbesserte Fassung mit 256 statt 16 Farben und Musik in CD-Qualität. Sie kam nie in Europa heraus; den deutschen Zak gab es laut einem Patch-Anbieter nur in EGA. Die heute bei GOG verkaufte Fassung enthält laut Händlerseite sowohl die FM-Towns-Version als auch die EGA-Version für DOS.
Fans und Fortsetzungen
Statt eines offiziellen Nachfolgers entstanden Fan-Fortsetzungen. „Zak McKracken: Between Time and Space“ ist eine kostenlose Fan-Fortsetzung der Artificial Hair Brothers, die 2008 auf Deutsch erschien. Die englische Fassung folgte 2015 als Director’s Cut. Laut gratissaugen.de gibt es eine überarbeitete deLuxe-Edition mit rund 17 Stunden neu abgemischtem Ton; ihr Update v2.2 ist auf den 16. März 2026 datiert und bringt zusätzlich eine macOS-Version. Außerdem erschien 2020 das Fan-Spiel „The Fan Game – Zak McKracken“ mit AGS.
So spielst du es heute
Bei GOG gibt es „Zak McKracken and the Alien Mindbenders“ ohne Kopierschutz für Windows, Linux und macOS. Die Fassung bringt ScummVM mit; laut der ScummVM-Kompatibilitätsliste ist das Spiel mit „Good“ bewertet und lässt sich komplett durchspielen. Laut PCGamingWiki wird es auch bei Steam verkauft. Aktuelle Preise stehen auf den Shop-Seiten, ich nenne sie hier nicht.
Zum Schluss
„Zak McKracken“ ist kein perfektes Spiel, aber eines mit Eigensinn: Es schickt dich um die Welt, bestraft Fehler gnadenlos und hat eine Melodie, die kaum jemand vergisst. Wer es zum ersten Mal spielt, sollte einen Lösungsweg zur Hand haben. Mehr aus der LucasArts-Welt: Sam & Max Hit the Road, Full Throttle und Grim Fandango und The Dig.
Quellen (11) · Stand Oktober 2026
- Adventure Corner: Klassiker-Test
- Kultboy: Testberichte zu Zak McKracken
- MANIAC.de: Retro-Reklame #31
- LucasArts-Wiki: Zak McKracken and the Alien Mindbenders
- retro365: LucasArts-Spiele für den FM Towns
- la-patches: FM-Towns-Patch
- GOG: Zak McKracken and the Alien Mindbenders
- ScummVM: Kompatibilität
- PCGamingWiki: Zak McKracken
- gratissaugen.de: Between Time and Space deLuxe
- GamersGlobal: The Fan Game – Zak McKracken
Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.
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