Start » Nostalgie » Retro-Gaming » Maniac Mansion und Day of the Tentacle: Die Wiege der Adventures

Maniac Mansion und Day of the Tentacle: Die Wiege der Adventures

Villa mit Turm und einem lila Tentakel, der sich daran hochwindet
  • Lesezeit etwa 5 Min.
  • 9 Quellen am Ende

Maniac Mansion und Day of the Tentacle sind die Wiege der Reihe, die später zu Monkey Island führte.

Hinweis: Videos werden erst nach deinem Klick von YouTube geladen. Dies ist eine unabhängige Fan-Seite, Maniac Mansion, Day of the Tentacle und LucasArts sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber (heute Disney und Lucasfilm). Download- oder Abandonware-Links setze ich nicht.

Inhalt (5)

Maniac Mansion (1987)

  • Designer: Ron Gilbert und Gary Winnick, programmiert von Gilbert, David Fox und Carl Mey. Es war das erste selbst veröffentlichte Produkt von Lucasfilm Games.
  • Release: Commodore 64 und Apple II im Oktober 1987, MS-DOS im März 1988, Amiga und Atari ST im Juli 1989. Die NES-Version erschien in Japan am 23. Juni 1988, in den USA am 18. September 1990 und in Europa am 22. Oktober 1992. Sie stammt von Realtime Associates, veröffentlicht von Jaleco; Nintendo of America ließ mehrere Szenen entschärfen oder entfernen, etwa Dr. Freds Gehirn-Rede, Anspielungen von Schwester Edna und den Playboy-Kalender (Hardcore Gaming 101).
  • Idee: Sie entstand 1985. Gilbert und Winnick wollten eine Horror-Komödie im B-Movie-Stil machen, das Projekt begann als Brettspiel auf Papier.
  • Spielprinzip: Man wählt zwei von sechs Begleitern, jede Figur hat eigene Fähigkeiten. Das Spiel ist nichtlinear und kennt fünf mögliche Enden.
  • Begriff Cutscene: Gilbert hat den Begriff geprägt.
  • Verbreitung: Gilbert sagte, es sei kommerziell kein riesiger Hit gewesen, der Erfolg kam laut Retro Gamer erst später. 1990 erschien eine kanadische Sitcom lose nach dem Spiel, 66 Folgen beim Family Channel (Hardcore Gaming 101).

Das Intro der C64-Version von 1987 (Upload von „Commodore Vault“):

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: Commodore Vault

Warum das Spiel für das Genre so wichtig ist, erklärt PushingUpRoses in einem Rückblick (englisch):

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: PushingUpRoses

SCUMM: die Engine

  • Name: SCUMM steht für „Script Creation Utility for Maniac Mansion“.
  • Entwickler: Die ursprüngliche Version stammt von Ron Gilbert (zunächst unterstützt von Chip Morningstar), spätere Versionen verbesserten Aric Wilmunder und Brad P. Taylor. Gilbert, Wilmunder und Chip Morningstar entwickelten die Engine 1987 (Game Developer, 23.03.2016).
  • Zweck: Eine eigene Engine zwischen Engine und Sprache, damit Designer Schauplätze, Gegenstände und Dialoge bauen können, ohne in der Engine-Sprache zu programmieren.
  • Verbreitung: Nach Maniac Mansion wurde SCUMM in elf weiteren LucasArts-Titeln verwendet, 1998 gab LucasArts die Engine zugunsten von GrimE auf. Wilmunder schätzt, dass bei LucasArts und Humongous Entertainment zusammen zwischen 30 und 40 Spiele SCUMM nutzten (Game Developer, 2013).
  • Verben: Frühe Titel zeigten die Befehle am unteren Bildschirmrand, ab Full Throttle und The Curse of Monkey Island erschienen sie als Menü am Mauszeiger.
  • ScummVM: Ein freies Open-Source-Projekt, mit dem viele SCUMM-Spiele auf modernen Systemen laufen.

Deutschland und die Fans

  • Zeitschrift: Laut Wikipedia nannte die Happy-Computer das Spiel das beste Adventure seiner Zeit und berichtete, es sei drei Monate in Folge das meistverkaufte Videospiel in Westdeutschland gewesen.
  • Fan-Remake: „Maniac Mansion Deluxe“ stammt von dem deutschen Fan Sascha Borisow, ein kostenloses Remake mit der Adventure Game Studio Engine, mit über 200.000 Downloads bis Ende 2004.
  • Ein weiteres Remake: „Meteor Mess“ ist ein 3D-Remake des deutschen Entwicklers Vampyr Games.
  • Fan-Fortsetzung zu Day of the Tentacle: „Return of the Tentacle – Prolog“ erschien im Juli 2018 kostenlos, mit deutschen und englischen Sprechern (GameStar, 23.07.2018).

Hier spielt jemand das Deluxe-Remake aus 2004 (Upload von Squakenet):

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: Squakenet

Day of the Tentacle (1993)

MerkmalAngabe
Release25. Juni 1993 in Nordamerika (Mac OS, MS-DOS), Juli 1993 in Europa und Australien; gleichzeitig auf Diskette und CD-ROM
EntwicklungDave Grossman und Tim Schafer leiteten gemeinsam, ihre erste Leitungsaufgabe; Ron Gilbert und Gary Winnick halfen bei Planung und Drehbuch
EngineSCUMM, das achte LucasArts-Spiel mit dieser Engine
BesonderheitDrei Protagonisten (Bernard, Hoagie, Laverne) in verschiedenen Zeitebenen; das Original Maniac Mansion ist im Spiel spielbar enthalten
SprachausgabeAuf der CD-ROM durchgehend gesprochen, die Diskettenfassung hat Sprache nur im Prolog; Richard Sanders (bekannt aus „WKRP in Cincinnati“) sprach Bernard (Compute!, Dezember 1993)
RezeptionCompute! nannte es „Terrific fun from start to finish“ (Dezember 1993); Metacritic 93/100 (PC); Computer Gaming World kürte es 1994 zum Adventure des Jahres; Adventure Gamers listete es 2004 als bestes Adventure aller Zeiten
VerkäufeLaut Edge bis 2009 rund 80.000 Exemplare (moderater kommerzieller Erfolg)

Die Entstehung in einer rund zweistündigen Dokumentation (englisch), mit neun Interviews mit Team und Sprechern:

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: onaretrotip

Das Remaster (2016)

  • Entwickler: Double Fine Productions, erschienen 2016 für OS X, PS4, PS Vita und Windows, später für iOS, Linux und Xbox One (2020).
  • Neu: Grafik in höherer Auflösung neu gezeichnet, Umschaltung zwischen Original und HD, neue Befehlsoberfläche, überarbeiteter Soundtrack auf iMUSE-Basis.
  • Wertung: Metacritic 87 von 100 (PC).
  • Vorgeschichte: Laut Kotaku war ein Remaster 2013 zu rund 80 Prozent fertig, als LucasArts unter Disney geschlossen wurde und das Projekt endete (Kotaku, 27.09.2013). Double Fine veröffentlichte es danach 2016.

Der Trailer von Double Fine:

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: Double Fine

Und wie das Remaster entstand (Making of, rund zwölf Minuten):

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: Double Fine

Zum Weiterschauen: Tim Schafer spielt das Spiel nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder (Teil 1 bei Double Fine) und der Kanal onaretrotip erzählt die Geschichte der vergessenen Maniac-Mansion-Sitcom.

Quellen (9) · Stand Oktober 2026

Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.

Unabhängige Fan-Seite: Alle genannten Marken, Sendungen, Spiele und Produkte gehören ihren Inhabern. Videos stammen von Dritten und laden erst nach einem Klick. Einige Links sind Affiliate-Links und direkt an der Stelle als Werbung gekennzeichnet.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar