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Rund 80 Prozent Marktanteil hatte der Netscape Navigator laut Computerwoche 1995. Laut teltarif waren es 2003 weniger als vier, während der Internet Explorer auf über 95 Prozent kam. Wie aus einem Browser, den man kaufen musste, ein Browser wurde, der einfach schon da war, zeigt dieser Vergleich der beiden Gegner.
Die beiden im Vergleich
Netscape Navigator
- Gegründet im April 1994 als Mosaic Communications Corporation von Marc Andreessen und Jim Clark (Engadget); Ende Dezember 1994 folgte die Umbenennung zusammen mit dem Start von Navigator 1.0
- Basis war NCSA Mosaic, Andreessen hatte das Mosaic-Team 1994 verlassen (teltarif)
- Börsengang am 9. August 1995 zu 28 US-Dollar je Aktie, Bewertung zum Handelsschluss knapp 3 Milliarden US-Dollar (Engadget)
- Bis Anfang 1998 kostenpflichtig (Computerwoche)
- 1997 erweitert zum Netscape Communicator mit Mailprogramm und HTML-Editor (teltarif)
- Marktanteil: 1995 rund 80 Prozent, Ende der 90er unter 20 Prozent (Computerwoche)
Internet Explorer
- Erste Version im August 1995 (Computerwoche), Version 1.0 im Windows 95 Plus! Pack (Engadget)
- Microsoft lizenzierte die Mosaic-Technologie; laut teltarif kaufte es 1993 eine Generallizenz
- Von Anfang an kostenlos (Computerwoche)
- Version 3 kam mit Windows 95 Service Release 2 (Engadget)
- Mit Windows gekoppelt und seitdem meist vorinstalliert (Computerwoche)
- Überholte Netscape laut Engadget im Sommer 1998 als meistgenutzter Browser; Marktanteil 2002 über 90 Prozent (Computerwoche), 2003 über 95 Prozent (teltarif)
- Internet Explorer 6 erschien im Herbst 2001 (Computerwoche)
Der Streit um die Kopplung
Dass der Explorer mit Windows geliefert wurde, landete vor Gericht. Laut einer AP-Chronik auf Fox News erhoben im Mai 1998 das US-Justizministerium und 20 Bundesstaaten Klage gegen Microsoft; im Oktober 1998 klagte das Ministerium erneut, weil es in der Kopplung des Browsers an Windows einen Verstoß gegen den Vergleich von 1994 sah. Am 5. November 1999 stellte Richter Thomas Penfield Jackson vorläufig fest, dass Microsoft ein Monopol besitzt, am 3. April 2000 einen Verstoß gegen den Sherman Antitrust Act. Am 7. Juni 2000 ordnete er an, das Unternehmen in zwei Firmen aufzuteilen. Das Berufungsgericht hob diese Anordnung am 28. Juni 2001 auf und begründete das mit Jacksons öffentlichen Äußerungen; am 31. Oktober 2001 einigten sich Microsoft und das Justizministerium vorläufig.
Laut teltarif musste Microsoft eine Windows-Version ohne Browser und Mediaplayer anbieten. Sie war nicht vorinstalliert und wurde ignoriert.
Was aus Netscape wurde
Im Januar 1998 kündigte Netscape laut Engadget an, den Quellcode des Communicators freizugeben; die Computerwoche nennt März 1998 als Zeitpunkt der Freigabe. Daraus entstand das Mozilla-Projekt. Im November 1998 kaufte AOL Netscape für 4,2 Milliarden US-Dollar (Engadget). Die Vorabversion von Netscape 6 auf Mozilla-Basis erschien im April 2000. 2003 schloss AOL die Netscape-Abteilung, im Februar 2008 stellte es den Browser ein; teltarif nennt für das Ende der Entwicklung 2007. Aus dem Mozilla-Projekt ging Firefox hervor, dessen Version 1.0 im November 2004 erschien (Computerwoche). 2008 lag Firefox laut Computerwoche stabil bei etwa 30 bis 40 Prozent.
Weiterlesen: GeoCities, Tripod und Lycos und Damals vs. heute.
Quellen (4) · Stand Oktober 2026
- Computerwoche: Damals, das Zeitalter der Browserkriege (2. Mai 2008)
- teltarif: 20 Jahre Netscape
- Engadget: Whatever happened to Netscape? (10. Mai 2014)
- Fox News (AP): Key dates in the antitrust case against Microsoft
Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.
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