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Damals vs. heute: Windows 95, Aldi-PC, SMS und DSL in Zahlen

Röhrenfernseher und Flachbildschirm gegenübergestellt, Titelbild zu Damals vs. heute
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  • 12 Quellen am Ende

Dass früher alles langsamer, kleiner und teurer war, weiß jeder. Aber um wie viel? Hier stehen Zahlen aus den Neunzigern neben dem, was heute der Standard ist: Windows, Handy, SMS, der erste Aldi-PC und das Internet. Wo die Gegenüberstellung nur eine eigene Rechnung ist, steht das dabei.

Inhalt (7)

Betriebssystem: Windows 95 und Windows 11

Windows 95 erschien am 24. August 1995. Laut ComputerBase reichte als Mindestausstattung ein 386DX-Prozessor mit 4 Megabyte Arbeitsspeicher und 55 Megabyte freiem Festplattenplatz; empfohlen waren 8 Megabyte oder mehr. Die Seattle Times schrieb damals, das System laufe auf der Minimalausstattung, aber auf einer langsamen Straße.

Windows 11 verlangt laut Microsoft einen 64-Bit-Prozessor mit mindestens 1 Gigahertz und zwei Kernen, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Speicher, dazu UEFI mit sicherem Start und TPM 2.0.

Balkendiagramm mit logarithmischer Skala: Windows 95 braucht 4 MB RAM und 55 MB Festplatte, Windows 11 braucht 4 GB RAM und 64 GB Speicher.
Logarithmische Skala: Jeder Schritt auf der Achse ist das Zehnfache. Faktor beim RAM: 1.024, bei der Festplatte rund 1.200 (eigene Rechnung). Eigene Darstellung nach ComputerBase und Microsoft Learn.

Der Rechner vom Discounter

Im November 1995 kam bei Aldi erstmals ein IBM-kompatibler PC ins Sortiment. Laut it-daily hatte er zunächst wenig Erfolg; er wurde mit dem schon veralteten Windows 3.11 geliefert. Der Durchbruch folgte zwei Jahre später mit einem Modell von Medion: Pentium 166, dazu ein 15-Zoll-Monitor, zusammen knapp 1.800 D-Mark, umgerechnet rund 920 Euro. Das Haus der Geschichte in Bonn zeigt einen Aldi-Tower von 1997 mit Disketten- und CD-ROM-Laufwerk.

Im März 1999 gab es bei Aldi laut PC-Welt einen Pentium II mit 400 Megahertz, 64 Megabyte SDRAM, 13,6 Gigabyte Festplatte und 17-Zoll-Monitor für 1.998 Mark. Gemessen an den Mindestanforderungen von Windows 11 hätte dieser Rechner nur ein Vierundsechzigstel des Arbeitsspeichers (64 MB von 4 GB) und gut ein Fünftel des Speicherplatzes (13,6 von 64 GB) gehabt. Das ist eine eigene Rechnung.

Balkendiagramm: Ein Aldi-PC von 1999 hat 13,6 GB Festplatte gegenüber 64 GB Mindestanforderung von Windows 11 und 64 MB RAM gegenüber 4 GB.
Lineare Skala. Der gefüllte Teil ist der Aldi-PC von 1999 (Pentium II, 400 MHz), der Rahmen der Mindestwert von Windows 11. Eigene Darstellung nach PC-Welt und Microsoft Learn.

Internet: 56k, ISDN und das erste DSL

Die 56-kbit/s-Modems bekamen 1998 mit V.90 einen einheitlichen Standard, der sich auf eine digitale Anbindung auf einer Seite stützte. Praktisch lagen die Raten oft darunter, etwa wegen der Leitungsqualität. T-DSL kam 1999: Beim Test, den internetnews.com am 9. August 1999 veröffentlichte, kostete T-ISDN-DSL mit 768 kbit/s im Download und 128 kbit/s im Upload 98 D-Mark im Monat, dazu kamen Zeitpakete von 50 Stunden für 99 oder von 100 Stunden für 149 D-Mark.

Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied. Ein MP3 mit drei Minuten Länge und 128 kbit/s ist etwa 2,9 Megabyte groß. Im theoretischen Idealfall dauert der Download mit einem 56k-Modem (56 kbit/s) rund 7 Minuten, mit T-DSL 768 (768 kbit/s) rund 30 Sekunden und im Beispiel mit 100 Mbit/s rund 0,2 Sekunden.

Animation: Ein Fortschrittsbalken für ein 56k-Modem füllt sich langsam, die Balken für T-DSL 768 und 100 Mbit/s sind sofort voll.
Zeitraffer: In dieser Animation entspricht eine Sekunde rund 68 Sekunden. Theoretischer Idealfall, eigene Rechnung (2,9 MB, 128 kbit/s, 3 Minuten MP3).

Die Werte sind eine eigene Rechnung ohne Verluste durch Leitung und Server; real dauerte es länger. Als T-DSL 768 2004 durch T-DSL 1000 ersetzt wurde, kostete es laut PC-Welt zuletzt 19,99 Euro mit T-Net oder 12,99 Euro mit T-ISDN.

Kurznachrichten: Die SMS

Die erste SMS verschickte der britische Programmierer Neil Papworth im Dezember 1992 als Weihnachtsgruß an ein Handy von Richard Jarvis bei Vodafone. In Deutschland kostete eine SMS laut Techbook 39 Pfennig; nach der Euro-Einführung setzte sich der Standardpreis von 19 Cent durch. Anfangs war die SMS für Mobilfunkkunden zunächst kostenlos.

Dass 39 Pfennig etwa 20 Cent entsprechen, ist eine eigene Umrechnung: 39 Pfennig sind bei einem Kurs von 1,95583 rund 19,9 Cent.

Das Handy: Nokia 3310

Das Nokia 3310 kam im September 2000. Laut Teltarif wiegt es 133 Gramm, hat ein Display mit 84 mal 48 Pixeln, einen 900-mAh-Akku, 260 Stunden Standby und 4 Stunden 30 Minuten Gesprächszeit; die Pixelzahl bestätigt iFixit. Das Vorgängermodell 3210 war mit 151 Gramm schwerer. Mehr zum Gerät: Nokia 3310, Snake und Klingeltöne.

Speicher: Die Diskette

Eine Diskette fasste 1,44 Megabyte. Ein MP3 mit 128 kbit/s braucht rund 0,96 Megabyte pro Minute. Auf eine Diskette passte also etwa anderthalb Minuten Musik. Das ist eine eigene Rechnung. Mehr dazu: Winamp und die MP3-Szene.

Zum Schluss

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Vieles, was damals teuer und knapp war, ist heute selbstverständlich. Weitere Erinnerungen stehen in 25 Dinge, die nur Kinder der 90er kennen und in 30 Sounds der 90er.

Quellen (12) · Stand Oktober 2026

. Rechnungen sind als eigene Rechnung gekennzeichnet.

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