Mit 20 reichten eine Isomatte, eine Dose Ravioli und guter Wille. Mit Mitte 40 reicht das nicht mehr, dafür gibt es jetzt einen Plan. Oben die Kurzfassung zum Weiterschicken, darunter die Langfassung für alle, die sich ertappt fühlen.

1. Hat Ohrstöpsel dabei. Und benutzt sie.
Früher war ein Piepen im Ohr am Sonntag ein Orden. Heute ist es ein Befund. Deshalb gehören die Stöpsel inzwischen zur Grundausstattung, am liebsten welche, die den Pegel gleichmäßig senken, damit die Musik klar bleibt und nicht klingt wie aus dem Nachbarzimmer. Warum das mehr ist als Spießigkeit, steht in unserem Beitrag über Hörschäden auf Festivals. Ein Beispiel: der Loop Experience 2*.
2. Plant die Anreise wie eine Expedition
Bahn, Shuttle, Parkplatz, Gepäckwagen, Treffpunkt: Alles wird geklärt, bevor der erste Rucksack gepackt ist, ungefähr wie bei einer Everest-Besteigung, nur mit mehr Snacks. Wer früh da ist, bekommt den guten Platz. Wer spät kommt, den neben dem Dixie.
3. Der Campingstuhl ist wichtiger als das Zelt
Das Zelt ist Nebensache. Der Stuhl ist das Wohnzimmer. Armlehnen, Getränkehalter, Rückenlehne: Das ist keine Alterserscheinung, das ist Erfahrung mit dem Sonntagmorgen. (Ob Stühle aufs Gelände dürfen, steht in der Festivalordnung.)
4. Kennt den Headliner von 1998. Und von heute genau einen.
Der Headliner von 1998 ist natürlich dabei, mit frischer Frisur und denselben Hits. Von den Bands von heute kennt man genau eine, und die heißt so wie das Kind vom Nachbarn. Macht nichts: Auf den kleinen Bühnen warten oft die besseren Entdeckungen.
5. Trinkt freiwillig Wasser
Niemand muss es sagen, die Flasche steht trotzdem im Rucksack. Früher war Wasser die Beilage, heute ist es der Plan. (Ob eine leere Flasche mit aufs Gelände darf, regelt jedes Festival selbst.)
6. Weiß, wo die saubersten Toiletten stehen
Es gibt Wissen, das lernt man nicht in der Schule, sondern auf dem dritten Festival: Die Dixies sind kurz nach der Reinigung am erträglichsten, nie direkt nach dem Headliner, und ein Päckchen Taschentücher ist mehr wert als Bargeld. Alles, was sonst noch in die Tasche gehört, steht in unserer Festival-Packliste.
7. Ist um 23 Uhr „noch ganz fit“
Das stimmt sogar, wenn man nachmittags im Campingstuhl geschlafen hat. Nachts wird es auch im Sommer kühl, deshalb gilt das Zwiebelprinzip: lieber drei dünne Schichten als eine dicke Jacke, die man um halb eins im Zelt vermisst.
8. Kauft das Ticket im Vorverkauf
Weil der Urlaub geplant werden muss und weil der Frühbucherpreis ein echtes Erfolgserlebnis ist. Welche Festivals 2027 anstehen, steht im Festivalkalender, Preise und Termine bitte beim Veranstalter prüfen.
Und am Sonntag
Müde, verschwitzt und ein bisschen heiser, aber glücklich. Auf der Rückfahrt wird schon überlegt, welches Festival als Nächstes dran ist. „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.“ Das stimmt fast immer.
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Stand: 21. Oktober 2026. Die Tipps sind persönliche Erfahrungswerte und ersetzen keine Hinweise der Veranstalter.

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