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Tannenburg bei Nentershausen: Ausflug auf die lebendige Ritterburg

Gasse mit Fachwerk in der Tannenburg bei Nentershausen

Am vergangenen Sonntag waren wir auf der Tannenburg bei Nentershausen in Nordhessen. Die Burg nennt sich selbst „lebendige Burg“, und das trifft es ziemlich gut: Statt Vitrinen und Absperrband läufst du über Kopfsteinpflaster durch die Gassen, schaust in die Burgkapelle, die Töpferei und den Stall, in dem die Esel ihr Heu fressen.

Wir hatten die GoPro dabei – hier ist unser Rundgang über die Burg in gut einer Minute:

Video: eigene Aufnahme

Was dich auf der Tannenburg erwartet

Die Tannenburg auf dem Berg bei Nentershausen
Die Tannenburg thront auf dem bewaldeten Berg über Nentershausen
Foto: eigene Aufnahme

Die Burg erkundest du auf eigene Faust. Laut der Burg gibt es für Kinder ein Burgrätsel, und im Burgladen findest du Honig aus der burgeigenen Imkerei, Töpferwaren und Ritterspielzeug.

  • Burgkapelle: der vielleicht schönste Raum der Burg, mit Altar und Bleiglasfenstern im Kapellenerker.
  • Säle und Kemenaten: große Räume mit Holzpfeilern und Dielenboden, aus deren Fenstern du in den Burghof schaust.
  • Handwerk: Zur lebendigen Burg gehören unter anderem eine Holzwerkstatt, eine Schmiede, ein Backhaus (seit 2011), eine Imkerei und die Töpferei. An bestimmten Sonntagen zeigt der Verein altes Handwerk und den Alltag auf einer Burg.
  • Burgtöpferei: Der Burgtöpfer dreht Steinzeug auf der Scheibe – die fertigen Stücke stehen in den Regalen.
  • Tiere: Im Stall leben Esel, die bei unserem Besuch gemütlich ihr Heu gefressen haben.
  • Wirtshaus und Biergarten: Laut Burg gibt es Kaffee, selbst gebackenen Kuchen, kalte Getränke, Brettchen und etwa fünf warme Gerichte.
Gasse mit Kopfsteinpflaster in der Tannenburg
Die gepflasterte Gasse zwischen den Burgmauern
Foto: eigene Aufnahme
Esel schaut aus der Tür seines Stalls auf der Tannenburg
Neugieriger Blick aus dem Eselstall
Foto: eigene Aufnahme
Töpferscheibe und Steinzeug in der Burgtöpferei
In der Burgtöpferei entsteht Steinzeug auf der Drehscheibe
Foto: eigene Aufnahme
Fenster mit Steinzeugkrügen in der Burgmauer
Steinzeugkrüge auf der Fensterbank
Foto: eigene Aufnahme

Ein bisschen Geschichte

Die Burg entstand im 14. Jahrhundert: Die Familie von Baumbach erhielt den Berg vom Stift Hersfeld als Lehen und baute die Burg auf einer älteren, verlassenen Befestigung. Gründer Ludwig von Baumbach baute das Steinerne Haus; um die Mitte des 14. Jahrhunderts kam die „Neue Kemenate“ dazu, ein Wohnturm. Die Lage war günstig – an der Via Regia, auf der Handelszüge Geleitschutz brauchten. Später gehörte die Tannenburg als Ganerbenburg mehreren Familien derer von Baumbach.

Seit 1984 gehört die Burg dem Förderverein „Freunde des Tannenberg e.V.“. Nach Ausgrabungen wurden 2006/2007 die westliche Zwingermauer und der Torturm rekonstruiert, von 2011 bis 2014 folgten weitere große Sanierungen.

Turm mit Erker und Burggarten der Tannenburg
Turm mit Erker über dem Burggarten
Foto: eigene Aufnahme
Saal mit Holzpfeilern auf der Tannenburg
Ein großer Saal mit Holzpfeilern und Dielenboden
Foto: eigene Aufnahme

Öffnungszeiten, Eintritt und Termine

  • Öffnungszeiten: sonntags von 12 bis 18 Uhr, außerdem an vielen Feiertagen. Die Saison beginnt Mitte März; laut Startseite der Burg ist in diesem Jahr bis zum 25. Oktober geöffnet.
  • Eintritt: frei – die Burg freut sich über eine Spende für den Erhalt.
  • Gruppen: Ab sechs Personen solltest du vorher einen Tisch reservieren.
  • Flammkuchengelage: Im November und Dezember gibt es freitags und samstags ab 17 Uhr Flammkuchenabende, nur mit Reservierung – die Termine stehen im Terminkalender der Burg.
  • Burgfest: Das Burgfest mit Mittelaltermarkt fand 2026 am 26. und 27. September statt.

Alle Angaben ohne Gewähr – verbindlich sind die Öffnungszeiten auf tannenburg.de.

Anfahrt

Die Tannenburg liegt bei Nentershausen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Mit dem Auto nimmst du die A4 bis zur Abfahrt Wildeck-Obersuhl und fährst über Richelsdorf, Süß und Bauhaus nach Nentershausen; im Ort ist die Burg mit braunen Schildern ausgeschildert. Von Kassel brauchst du etwa eine Stunde, von Bad Hersfeld oder Eisenach rund eine halbe Stunde. Die nächsten Bahnhöfe sind Sontra (etwa 15 km) und Bebra (etwa 20 km), von dort geht es mit dem Taxi weiter.

Wandern ab der Burg

Zwinger und Ringmauer der Tannenburg
Draußen an der Ringmauer: Blick in den Zwinger und ins Tal
Foto: eigene Aufnahme

An der Tannenburg beginnen zwei Wanderwege: der Premiumweg „P 18 Tannenburg“ und der Werra-Burgen-Steig Hessen, der bis nach Hann. Münden führt. Der Steig wurde 2016 vom Wandermagazin zum zweitschönsten Wanderweg Deutschlands gewählt.

Weitere Eindrücke

Unsere Tipps für den Besuch

  • Feste Schuhe anziehen – in der Burg geht es über Kopfsteinpflaster und viele Treppen.
  • Kinder bei den Eseln vorbeischauen lassen und das Burgrätsel mitnehmen.
  • Wenn du dieses Jahr noch hin willst: Laut Burg ist nur noch bis 25. Oktober sonntags geöffnet – danach locken die Flammkuchenabende.

Quelle für alle Angaben zu Geschichte, Öffnungszeiten, Angeboten und Anfahrt: tannenburg.de (abgerufen am 13. Oktober 2026). Fotos und Video: eigene Aufnahmen vom 11. Oktober 2026.

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