Start » Nostalgie » Netzkultur 1998–2010 » Habbo Hotel: Vom finnischen Hobbyprojekt zum Treffpunkt

Habbo Hotel: Vom finnischen Hobbyprojekt zum Treffpunkt

  • Lesezeit etwa 3 Min.
  • 6 Quellen am Ende

Habbo Hotel entstand aus einem finnischen Hobbyprojekt, wurde in Deutschland 2004 eröffnet und 2012 durch einen Fernsehbericht erschüttert.

Hinweis: Videos werden erst nach deinem Klick von YouTube geladen. Das hier ist eine unabhängige Fan-Seite, Habbo, Sulake und Azerion sind Marken ihrer Inhaber. Der Dienst richtet sich an Jugendliche, das Thema Belästigung (2012) behandle ich ausschließlich als dokumentiertes Ereignis.

Inhalt (5)

Eckdaten und Entstehung

ZeitpunktEreignis
1999Die Finnen Sampo Karjalainen und Aapo Kyrölä entwerfen für die Band Mobiles eine virtuelle Disko („Mobiles Disco“)
August 2000Das „Hotelli Kultakala“ geht auf dem Portal eines finnischen Internetanbieters in Betrieb; Sulake nennt 2025 das Jahr 2000 als Gründung
24. Januar 2001Das erste offizielle Hotel in Großbritannien
15. Oktober 2001Das zweite Hotel in der Schweiz
3. Oktober 2002Das Projekt erhält den Namen Habbo
März 2004Das deutsche Hotel geht in Betrieb
Juni 2012Channel-4-Bericht, Chat abgeschaltet (siehe unten)
2018 / Januar 2021Azerion übernimmt 51 Prozent, dann die restlichen 49 Prozent von Elisa

Die Firma dahinter heißt Sulake. Die deutsche Wikipedia nennt zwei Gründer, die englische erwähnt zusätzlich den Briten Dee Edwards.

Wie es funktionierte

Kern war ein grafischer Chat, in dem man einen eigenen Avatar steuerte. Die Räume gestalteten die Nutzer selbst. Man bewegte sich von Raum zu Raum, chattete und richtete die eigenen Räume mit gekauften Möbeln ein, bezahlt wurde mit Credits. Die Zielgruppe waren laut deutscher Wikipedia Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Die Währungen hießen in der deutschen Version Habbo-Taler, Duckets und Diamanten, die englische Seite nennt Credits (Coins), Duckets (ab Februar 2013) und Diamanten (ab Juli 2014). Premium-Mitgliedschaften hießen Habbo Club und später Builder’s Club. Wortfilter ersetzten Schimpfwörter durch „bobba“.

2012: der Fernsehbericht

Im Juni 2012 veröffentlichte der britische Sender Channel 4 eine zweimonatige Recherche, die sexuelle und gewalttätige Chats in Habbo dokumentierte. Der Risikokapitalgeber Balderton kündigte an, seinen Anteil an Sulake aufzugeben, Sulake sagte, man habe den Inhalt sofort entfernt und die Zahl der Moderatoren erhöht. Laut BBC hatte Habbo damals rund 10 Millionen einzelne Nutzer pro Monat.

Einen Tag später schaltete der Dienst den Chat vorübergehend stumm. Laut BBC wurden damals mehr als 225 Moderatoren beschäftigt und 70 Millionen Gesprächszeilen täglich ausgewertet. Die Handelsketten WH Smith, Game und Tesco nahmen die Habbo-Guthabenkarten aus dem Verkauf. Der Chat wurde schrittweise wieder freigeschaltet, in Großbritannien am 6. Juli 2012. Die englische Wikipedia betont, dass es Investoren waren, nicht „Sponsoren“, wie oft gesagt wird.

Heute

  • 2009: Umstellung der Software von Shockwave auf Flash.
  • 2018 und 2021: Azerion erwirbt zunächst 51 Prozent, 2021 die restlichen 49 Prozent von Elisa. Zu dem Zeitpunkt zählte Habbo Hotel mehr als 800.000 monatlich aktive Nutzer in 115 Ländern, Sulake hatte 96 Beschäftigte.
  • Ende 2020: Wechsel der Laufzeitumgebung auf Unity.
  • 2025: Habbo besteht aus drei Erlebnissen, darunter Habbo Hotel: Origins als Neuauflage des Originals. Der Produktchef nennt „über 300 Millionen“ Registrierungen insgesamt und „hunderttausende“ monatlich aktive Nutzer.

Ein Video

Ein Fan-Rückblick auf die Geschichte von 2000 bis 2012 (Kanal OldHabboProduktion, knapp sechs Minuten). Das Video fasst nach eigener Angabe die Wikipedia zusammen und ist ein Zeitdokument der Szene, keine offizielle Darstellung:

Mit dem Klick lädst du das Video von YouTube (youtube-nocookie.com). Dabei werden Daten an Google übertragen. Direkt bei YouTube ansehen · Upload: OldHabboProduktion
Quellen (6) · Stand Oktober 2026

Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.

Unabhängige Fan-Seite: Alle genannten Marken, Sendungen, Spiele und Produkte gehören ihren Inhabern. Videos stammen von Dritten und laden erst nach einem Klick. Einige Links sind Affiliate-Links und direkt an der Stelle als Werbung gekennzeichnet.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar