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Drei Antworten auf die Frage, wie man Musik in die Jackentasche bekommt: Sony setzte 1992 auf die MiniDisc, Philips und Matsushita auf die Digital Compact Cassette, und 1998 kam ein koreanischer Hersteller mit 32 Megabyte Flash-Speicher. Hier stehen die drei nebeneinander, danach die Zahlen aus Deutschland.
Drei Formate im Vergleich
MiniDisc (Sony)
- Start Ende 1992 in Japan mit Recorder MZ-1, Player MZ-2P und Medien MDW-60 sowie 88 Musiktiteln
- 6,4 cm Durchmesser, stoßfeste Kassette, 74 Minuten Audio, komprimiert mit ATRAC
- Preis laut StorageNewsletter 620 US-Dollar, Verfügbarkeit zu Weihnachten 1992 geplant
- Der MZ-1 puffert zehn Sekunden gegen Aussetzer
- Hi-MD ab 2004: 1-GB-Discs mit bis zu 45 Stunden Musik, Player 250 bis 450 Euro
- Der letzte MD-Walkman sollte laut foerderland.de im März 2013 vom Band laufen
DCC (Philips, Matsushita)
- Marktstart laut StorageNewsletter für September 1992 angekündigt, nach Verschiebung der Vorstellung im Januar 1992 (foerderland.de datiert auf 1993)
- Geräte sollten 800 US-Dollar (Philips) und 1.000 US-Dollar (Matsushita) kosten
- Spielt auch alte Analogkassetten ab
- 1996 gab Philips die DCC auf
MPMan F10 (Saehan)
- Im März 1998 als Prototyp auf der CeBIT gezeigt, ab Mai 1998 in Serie, in den USA und Europa ab Sommer 1998
- 32 Megabyte Flash-Speicher, genug für etwa acht Songs mit 128 kbit/s
- 250 US-Dollar bei Eiger Labs, im Jahr darauf 200 US-Dollar
- Statista nennt ihn als ersten MP3-Player
Beide Systeme der frühen Neunziger waren laut foerderland.de teuer und verunsicherten Kunden. Nach dem Ende der DCC 1996 zogen die MD-Verkäufe laut foerderland.de langsam an.
Was davor kam
Laut Statista erschien der Sony Walkman 1979 und der Discman 1984.
Wie schnell sich die MiniDisc entwickelte
1993 kam mit dem MDS-101 das erste Heim-Deck, im Dezember 1993 der MZ-R2 mit Fernbedienung, im Mai 1995 der MZ-R3, im August 1995 der MZ-B3 mit Mikrofon und Lautsprecher und 1996 der MZ-R4ST mit Dockingstation (alle Angaben: Obsolete Sony).
Die Zahlen in Deutschland
Laut „Focus“, zitiert von foerderland.de, wurden in Deutschland 1994 135.000 Mini-Discs verkauft, im selben Zeitraum 114 Millionen Leerkassetten. 1998 waren es 5,7 Millionen leere MiniDiscs gegenüber 74 Millionen Leerkassetten. Als Gründe nennt der Artikel den Formatkrieg mit der DCC, hohe Einstiegspreise, die Verbreitung von CD-Brennern und MP3-Dateien sowie den Erfolg des iPods, bei dem Einfachheit schwerer wog als der bessere Klang.
Und der Sieger?
Die Tauschbörse Napster kam 1999 (Napster 1999), und 2001 brachte Apple laut foerderland.de seinen ersten iPod heraus. Die MiniDisc hatte laut foerderland.de den besseren Klang und konnte aufnehmen, und sie verlor trotzdem gegen die Kombination aus CD-Brenner und MP3. Wie die Dateien auf den Rechner kamen, steht im Winamp-Beitrag.
Weiterlesen: Kazaa, eMule und LimeWire und 30 Sounds der 90er.
Quellen (5) · Stand Oktober 2026
- foerderland.de: Alterdings, Sony lässt den letzten Mini-Disc-Player vom Stapel laufen
- Statista: Die Geschichte der tragbaren Musik
- Obsolete Sony: The Early Years of Sony MiniDisc (1992 bis 1996)
- StorageNewsletter: History (1992), Philips DCC and Sony’s Mini Disk and Scoopman
- The Register: Ten years old, the world’s first MP3 player
Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.
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