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Herbstlaub im Taunus: 5 Touren, solange es noch leuchtet

Buchenwald bei Steckenroth im Taunus mit gelb gefärbtem Laub

Wer das bunte Laub im Taunus noch sehen will, sollte sich beeilen, hat aber etwas mehr Zeit als in anderen Jahren. Der Herbst läuft 2026 verspätet: Laut Deutschem Wetterdienst begann der Vollherbst vier Tage später als üblich, auch die Blätter fallen deshalb voraussichtlich später. Hier sind fünf Spaziergänge und Wanderungen, die sich jetzt noch lohnen, mit Länge und Startpunkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Laubfall ist im deutschen Mittel um den 7. November abgeschlossen, in diesem Jahr dürfte es später werden.
  • Oben auf dem Kamm sind die Bäume meist früher kahl. Weiter unten und in geschützten Tälern hält das Laub oft länger.
  • Einen festen Termin für den Höhepunkt gibt es nicht. Ein Sturm oder eine kalte Nacht kann vieles schnell ändern.
  • Es wird früh dunkel: Anfang November geht die Sonne im Rhein-Main-Gebiet gegen 17 Uhr unter.

Wie lange bleibt das Laub noch?

Der Deutsche Wetterdienst teilt das Jahr in phänologische Jahreszeiten ein, an denen sich der Stand der Natur ablesen lässt. Die Verfärbung der Stieleiche markiert den Spätherbst, sie ist im Mittel um den 19. Oktober abgeschlossen. Der Blattfall folgt etwa drei Wochen später, also um den 7. November. Mitte Oktober 2026 lag die Natur hinter diesem Schnitt, weil es noch wenige kalte Nächte gab, und der DWD erwartete, dass sich die Verspätung auch beim Blattfall zeigt.

Das sind Durchschnittswerte für ganz Deutschland, keine Vorhersage für einzelne Wälder. Für den Taunus heißt das grob: Es lohnt sich noch, aber am besten an einem der nächsten trockenen Tage. Schau vorher kurz in die Wetter-App, denn bei grauem Nebel, wie er am Feldberg häufig hängt, leuchten die Farben deutlich weniger.

1. Altkönig: Buchen und ein keltischer Ringwall

Der Altkönig ist mit 798 Metern einer der höchsten Taunusberge, auf dem Gipfel liegen die Reste einer keltischen Befestigung. Von der Hohemark führt eine Runde über den Altkönig und den Fuchstanz zurück zum Start. Das ist die sportlichste Tour in dieser Liste: Tourenportale nennen rund 12,5 Kilometer, etwa 540 Höhenmeter und gut dreieinhalb Stunden. Weil sie hoch hinaufführt, ist das Laub oben eventuell schon weitgehend gefallen.

  • Start: Hohemark in Oberursel, Endstation der U3
  • Für wen: trittsichere Wandernde mit guten Schuhen
  • Einkehr: am Fuchstanz, Öffnungszeiten vorher prüfen
Knorriger Baum zwischen Felsen auf dem Altkönig mit herbstlichem Laub
Auf dem Altkönig. Foto: Trümpi57, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

2. Saalburg und Herzbergturm: kurze Runde mit Aussicht

Von der Saalburg, dem rekonstruierten Römerkastell, geht es zum Herzbergturm und zurück. Vom Turm reicht der Blick über den Taunus und in die Wetterau. Der Taunusklub gibt für die Runde etwa 6 Kilometer und anderthalb Stunden an. Sie passt gut, wenn nur ein Nachmittag Zeit ist.

  • Start: Saalburg bei Bad Homburg
  • Für wen: alle mit etwas Kondition, kurze Anstiege gehören dazu

3. Taunus-Lehrpfad: von der Saalburg zum Hessenpark

Wer es entspannter mag, nimmt den Taunus-Lehrpfad zwischen Saalburg und Freilichtmuseum Hessenpark. Die Runde ist gut 8,5 Kilometer lang, gilt als leicht und dauert rund zwei Stunden. Sie gilt auch als familientauglich.

  • Start: Saalburg oder Hessenpark
  • Für wen: Familien und alle, die gemütlich laufen wollen

4. Arboretum Main-Taunus: Bäume aus aller Welt, ganz ohne Steigung

Am Rand des Taunus zwischen Eschborn, Sulzbach und Schwalbach liegt das Arboretum Main-Taunus, eine rund 76 Hektar große Parklandschaft von HessenForst. Die Pflanzungen sind nach Regionen der Nordhalbkugel geordnet, deshalb färben sich hier sehr unterschiedliche Baumarten in unterschiedlichem Tempo. Die Wege sind flach und eignen sich auch für Kinderwagen. Weil es tief liegt, ist das hier oft eine der letzten Chancen auf bunte Blätter.

  • Start: mehrere Zugänge, etwa 10 Kilometer vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt
  • Für wen: alle, auch für einen kurzen Spaziergang
Breiter Weg durch eine Wiese im Arboretum Main-Taunus, dahinter Bäume in Herbstfarben
Arboretum Main-Taunus im Herbst. Foto: MdE, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

5. Eppstein: Burg, Kaisertempel und Blick ins Tal

Im Main-Taunus führt eine Rundtour an der Burg Eppstein, dem Ausflugslokal Gundelhard und dem Aussichtspunkt Kaisertempel vorbei. Der Bahnhof Eppstein liegt an der S2, ein Auto brauchst du also nicht. In der Nähe bietet sich auch der Staufen an, unser Beitrag zum Großen Mannstein und Staufenschwur zeigt, was dich dort erwartet.

  • Start: Bahnhof Eppstein (S2)
  • Für wen: alle mit etwas Kondition, es geht mehrfach bergauf

Tipps für den Herbstspaziergang

  • Früh losgehen: Die Sonne steht schon tief, und ab 17 Uhr wird es schnell dunkel. Eine Stirnlampe wiegt fast nichts.
  • Feste Schuhe: Nasses Laub ist rutschig und verdeckt Steine und Wurzeln.
  • Nach Sturm vorsichtig sein: Bei starkem Wind bleibst du besser aus dem Wald, weil Äste brechen können.
  • Licht nutzen: Fotos gelingen am besten bei tief stehender Sonne am Nachmittag.
  • Lieber mit Bahn und Bus: An schönen Wochenenden sind die Parkplätze an Hohemark, Saalburg und Feldberg oft voll.

Wer schon an die Adventszeit denkt, findet bei uns die Weihnachtsmärkte im Rhein-Main-Gebiet.

Quellen

Stand: 5. November 2026. Längen und Zeiten sind ungefähre Angaben der genannten Quellen.

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