Was kann man von Val Thorens erwarten?

Wer auf der Suche nach idyllischer Hüttenromantik und traditionellen Alpendörfern ist, der ist in Val Thorens definitiv falsch. Hier dreht sich in erster Linie Alles ums Skifahren, ganz nach dem Motto Form follows Function.

Val Thorens ist eine reine Feriensiedlung mit mehrstöckiger Appartmentbebauung. Der Ort wurde in den 1970er Jahren auf dem Reißbrett geplant und so kann man sich vorstellen wie heute die meisten Gebäude noch aussehen. Mal von diesen Nachteilen im Ambiente abgesehen ergeben sich dafür aber auch eine Reihe von

Vorteile:

  1. Zwei der Hauptpisten verlaufen durch den Ort und man ist innerhalb von 5 Minuten oder schneller von der Unterkunft direkt zur ersten Abfahrt gelaufen
  2. Die komplette Infrastruktur an Geschäften, Bars, Restaurants etc. ist fußläufig schnell erreicht.
  3. Mit einer Lage auf 2200 Metern beginnt das Skigebiet im Ort da wo in Österreich viele Skigebiete bereits ihren höchsten Punkt haben.
  4. Keine nervigen Skibus- oder Taxifahrten nötig
  5. Währen der Woche ist der Ort weitestgehend Autofrei

Nachteile:

  1. Die Anfahrt aus Deutschland zieht sich, besonders die letzten 40 Kilometer ab Albertville bis man am Ende des Tals endlich den Ort erreicht.
  2. Mautgebühren in der Schweiz und in Frankreich
  3. Das Auto muss über die Woche im Parkhaus stehen, die Preise sind nicht gerade günstig.

Was kostet Val Thorens?

Preislich ist Val Thorens machbar, wenn man etwas auf Komfort verzichten kann. Eine kleine Ferienwohnung für Selbstversorger kostet pro Person inklusive Skipass rund 500€ die Woche. Der Skipass kostet dabei bereits 265€ inklusive Erweiterung auf „Trois Vallees“. Die Appartements sind dann aber auch sehr einfach und von der Ausstattung aufs nötigste beschränkt. Val Thorens ist höchstgelegene und eher jugendlichere Ort in den „Drei Tälern“. Günstiger kann man in den weiter unten liegenden Orte Les Menuires und St.Martin de Belleville wohnen, beide Orte sind direkt an das Skigebiet angeschlossen. Familiärer, gemütlicher und traditioneller geht es in Meribel zu und die High Society trifft sich in Courchevel. Dort gibt es hochpreisige Apartments, Hotels und sogar einen kleinen Flughafen der direkt im Skigebiet liegt. Die Pisten um Courchevel und den vielen Ortsteilen (zb. La Tania oder Le Praz) gehören auch zu den besten und schönsten in den „Trois Vallees“.

Wer es gerne ruhiger und traditioneller haben möchte, der in Saint Martin de Belleville Station machen, die Geschichte des „Postkartendorfes“ reicht zurück bis in das 17. Jahrhundert.

Der Einkauf von Lebensmitteln war bei meinem ersten Besuch vor 10 Jahren noch ziemlich teuer. Es gab nur einige kleine Lebensmittelgeschäften. Mittlerweile gibt es aber einige Supermarktketten wie Spar und Carrefour direkt vor Ort und dadurch hat sich das Angebot und die Preise ziemlich entspannt.

Skifahren und Snowboarden

Das Gebiet „Trois Vallees“ ist mit über 650 Pistenkilometern, der größte Gebietsverbund in den Alpen. Rechnerisch lassen sich in einer Woche täglich über 100 neue Pistenkilometer erkunden und das will auch erstmal geschafft werden. Die Pistenvielfalt ist gigantisch und man entweder man bleibt in den hochalpinen Bereichen über der Baumgrenze oder man erkundet auch die ewig langen Talabfahrten runter bis auf 800 Meter, egal ob man dabei die umliegenden, tiefergelegenen Ortsteile von Meribel oder Courchevel erkundet oder in den traditionellen Ort Saint Martin de Belleville abfährt. Hier kann man Höhenmeter ohne Ende machen und kann den ganzen Tag im Erkundungsmodus sein.

Das Panorama ist an vielen Stellen natürlich absolut grandios. Denn oft öffnet sich der Blick auf viele Drei und Viertausender und sogar den Mont Blanc kann man sehen.

Aufpassen sollte man allerdings auf die Liftzeiten und die Planung des rechtzeitigen Rückweges, denn wer nach Liftschluss in einem Nachbartal „hängen“ bleibt, der zahlt horrende Taxirechnungen um wieder zur eigenen Unterkunft zurückzukommen.

Feier und Aprés Ski Szene

Das „klassische“ Aprés Ski wie man es aus Österreich und Orten wie Ischgl, Obertauern oder Mayrhofen kennt sucht man in Frankreich vergeblich. Einerseits fehlt hier die „Hüttenkultur“ und auch die typische „Ballermann“ Aprés Ski Musik wird wenig geschätzt.

In Val Thorens gibt es einen Hotspot, die „Folie Douce“ Alm, etwas oberhalb des Ortes. Dort kommen insbesondere Fans der elektronischen Musik auf Ihre Kosten. Der Sound ist eher speziell und vielleicht eher mit Clubs in Berlin oder Ibiza zu vergleichen.

Im weiteren Verlauf und in der Nacht lässt es sich in einigen Locations Vorglühen und Feiern. Sehr holländisch geprägt ist zum Beispiel das „Le Monde“. Auch gibt es einige Pubs und Steakhäuser, die auf englisches Publikum ausgerichtet sind. Die Nacht endet meistens in der einzigen großen Disco vor Ort dem Malaysia. Hier wird eine ganz interessante Mischung aus Liveband und DJ geboten, die sich jeweils nach einigen Tracks abwechseln. Die Getränkepreise sind nicht günstig aber noch OK. Erfreulicherweise wird in der Regel kein Eintritt verlangt.

TEILEN

Schreibe einen Kommentar: