Testbericht – Meine Erfahrung mit dem Teasi one²

Das Teasi one² ist ein Freizeitnavi für Radler, Wanderer und Personen, die gerne Ausflüge oder Urlaube machen und Ihre Wegstrecken oder Touren GPS-gestützt durchführen und überprüfen möchten. Über meine Erfahrungen mit dem knapp 160€ teuren Teasi one² berichte ich hier. Zum Vergleich nutze ich mein iPhone 5s, welches mir bisher bei Navigationsaufgaben aller Art behilflich ist.

Mittlerweile werden auch die Nachfolger Teasi One3 und Teasi One4 angeboten.

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Die Hardware liest sich wie aus den Anfangszeiten der Smartphones und ist heutzutage schon etwas angestaubt. Doch wurde das Teasi speziell für eine Aufgabe konzipiert und muss natürlich nicht mehrere Prozesse oder Programme gleichzeitig ausführen. Die Displayauflösung ist auch eher praktikabel als stylish und nicht mit modernen Handys zu vergleichen. Die eher geringe Leistung bringt aber einen entscheidenden Vorteil: Das Teasi hält im Betrieb 10-12 Stunden durch, das packt momentan kein Smartphone und ist natürlich bei ausgedehnten Touren abseits der nächsten Steckdose ein klarer Vorteil!

Teasi one² Hardwarespecs:

  • 3,5″ Touchscreen (480×800 Pixel)
  • SiRF Atlas Prozessor 664 MHz
  • GPS: SiRF Atlas V 64 Kanäle, Galileo-ready
  • Windows CE Net 6.0 Core.
  • 128 MB DDR2 RAM
  • 4 GB NAND Flash-Speicher
  • Slot für MicroSD-Karte (max. 32 GB)
  • 2.300 mAh Akku für 10 bis 12 Stunden Betriebszeit (leider fest verbaut)
  • IPX5 Spritzwasserschutz
  • Gewicht: 139 g
  • kostenlose Kartenupdates

Ersteindruck und Installation:

Grundsätzlich ist das Teasi als Outdoorartikel konzipiert und entsprechend stabil. Die Anschlüsse werden mit dicken Gummiabdeckungen geschützt und das Teasi verfügt über einen Spritzwasserschutz. Das Gehäuse kann auch mal einen Sturz ab und sollte Stöße etc ohne Probleme überstehen können.

Die Halterung für den Radlenker wird über eine Bodenplatte an der Gerätehalterung angebracht. Hier dachte ich zunächst das Befestigungsmaterial sei nicht im Lieferumfang dabei, doch die Lenkerhalterung wird über zwei „handelsübliche“ Kabelbinder, welche durch die Halterung gefädelt werden fixiert. Das klappte nach anfänglicher Skepsis gut und auch bei etwas ruppigerer Fahrweise blieb letztlich alles am Lenker fixiert. Schneidet man die Kabelbinder nach der Montage nicht ab, so sieht das Setup zwar etwas „gebastelt“ aus… Auf der anderen Seite kriegt man Ersatzkabelbinder in jedem Baumarkt und es lassen sich alle Lenkertypen und Durchmesser verwenden.

Bedienung:

Am Teasi gibt es nur zwei Knöpfe. Einen für das Hauptmenü und einen EIN/Ausschalter. Die restlichen Funktionen werden über den Touchscreen bedient. Das klappt ganz ordentlich, auch wenn das Gerät manchmal gefühlt etwas träge reagiert. Über das Hauptmenü erreiche ich alle Funktionen. Wer ein übliches Autonavi bedienen kann, der hat auch mit dem Teasi keine Probleme.

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Gibt man eine Adresse ein, dann werden verschiedene Routen angeboten, die Entfernung und Höhenmeter angezeigt. Unterwegs lassen sich die Karte, Entfernung, Geschwindigkeit etc. einblenden. Auch gibt das Teasi einen Piepton von sich, kurz bevor man an einen für die eigene Route relevanten Abzweig kommt. Das ist hilfreich um sich auf das Fahren und die Umgebung zu konzentrieren und nicht dauern auf den Bildschirm schauen zu müssen. Die Lesbarkeit ist Unterwegs gut aber manchmal etwas durch Reflektionen eingeschränkt. Ich habe dann immer etwas den Winkel geändert.

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GPS-Empfang:

Nach dem ersten Einschalten benötigt das Gerät einige Minuten um die aktuelle Position zu finden. Das ist nicht unüblich, insbesondere wenn es ausgeschaltet über längere Strecken transportiert wurde. Im Anschluss wird das GPS-Signal schnell gefunden. Die Genauigkeit hängt natürlich von einigen Umgebungsvariablen ab (Wald) ist im Rad- und Wanderbetrieb absolut ausreichend.

Karten und Kartenupdates:

Topografisches Kartenmaterial von Zentraleuropa ist vorinstalliert. Die Darstellung ist eher reduziert und der Bildschirmgröße angepasst, passt für Navigationsaufgaben aber gut. Zoomen ist nur über Buttons und nicht mit Fingergesten möglich.

Weitere Karten aus Europa können über die Teasi Software kostenlos nachgeladen werden. Kartenupdates und neu hinzukommende Länder sind stets kostenfrei erhältlich, ebenso wie neue Gerätesoftware-Updates.

Teasi liefert eine große POI-Datenbank mit und es können viele Sonderziele wie Sehenswürdigkeiten, und Restaurants als Ziel geladen werden. Auch kann man eigene POIs auf der der Karte speichern und mit Texten und Bildern bestücken. Natürlich lässt sich der eigene Routenverlauf auch als GPX-Datei aufzeichnen. Auf den Tourenportale von bikemap.net oder auch wandermap.net können POIs und Touren im Anschluss einer Tour online ausgetauscht werden. Auf dem heimischen Rechner lässt sich dafür auch Google Earth nutzen.

Auswertung einer aufgezeichneten Tour:

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Streckenverlauf der Aufzeichnung
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Zurückgelegtes Höhenprofil und Geschwindigkeiten
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Statistische Auswertungen

Mein Fazit:

(+) Die Stärken des Teasi liegen klar in seiner Robustheit ,der möglichen Offline-Navigation und der hohen Akkulaufzeit. Gerade im härteren Outdooreinsatz und an Orten ohne Mobilfunkempfang, etwa beim Mountainbiken bietet das Teasi Vorteile gegenüber einem Smartphone. Kostenlose Updates, eine umfangreiche POI-Datenbank und europaweites Kartenmaterial ergänzen das günstige Angebot. Handhabung und Montage sind sehr einfach und auch ohne Werkzeug zu erledigen.

(-) In Sachen Grafik, Technik, Bedienung und Features kommt das Teasi jedoch nicht an moderne Smartphones mit entsprechend gestylten Apps heran. Durch die fehlende Mobilfunkverbindung steht zudem keine Alternative zur Positionierung bei schlechtem bzw. nicht vorhandenem GPS-Empfang zur Verfügung. Für Spaziergänge und Radtouren im Umfeld von Städten reicht in der Regel ein geladenes Smartphone.

–> Das Teasi ist ein robustes Tool und kein fancy Gadget

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