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Lokale KI: Welche Hardware für welches Sprachmodell?

Blick in einen PC mit Prozessorkühler und bunten Kabeln, darauf der Titel Lokale KI: Welche Hardware für welches Modell?

Eine KI, die auf dem eigenen Rechner läuft: ohne Abo, ohne Werbung und ohne dass deine Fragen auf fremden Servern landen. Das geht inzwischen erstaunlich einfach. Die entscheidende Frage ist nur, wie viel Speicher dein Gerät hat, denn davon hängt ab, wie groß das Sprachmodell sein darf.

Gerade weil bei ChatGPT jetzt Werbung kommt, lohnt sich ein Blick auf die Alternative. Hier steht, welche Hardware für welche lokale KI reicht, vom Raspberry Pi bis zur KI-Workstation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidend ist der Speicher, nicht der Prozessor: Das Modell muss komplett in den Arbeits- oder Grafikspeicher passen, sonst wird es sehr langsam.
  • Faustregel für gängige 4-Bit-Modelle: rund 0,6 GB pro Milliarde Parameter, dazu 1 bis 2 GB Reserve.
  • Mit 16 GB laufen kleine und mittlere Modelle, zum Beispiel gpt-oss-20b von OpenAI.
  • Grafikkarten sind am schnellsten, Geräte mit gemeinsamem Speicher (Mac, Ryzen AI, DGX Spark) schaffen dafür größere Modelle.
  • Zum Ausprobieren reicht das kostenlose Programm Ollama, es läuft unter Windows, macOS und Linux.
Übersicht: Raspberry Pi 5, Mini-PC mit Intel N100, Mac mini M6, PC mit RTX 5090, Framework Desktop und NVIDIA DGX Spark mit Speicher, Modellgröße und Tempo
Grobe Einordnung nach Herstellerangaben und Faustregel, Stand November 2026.

Die Faustregel: Wie viel Speicher braucht ein Modell?

Sprachmodelle werden nach ihrer Größe in Milliarden Parametern benannt, kurz B. Ein „8B“-Modell hat acht Milliarden Parameter. Für den Heimgebrauch werden die Modelle fast immer komprimiert (quantisiert), meist auf 4 Bit. Dann gelten ungefähr diese Werte:

ModellgrößeSpeicherbedarf (4 Bit, ca.)Typisch für
3 bis 4 B3 GBeinfache Fragen, Zusammenfassungen
7 bis 8 B5 GBChat, Texte umformulieren
13 bis 14 B9 bis 10 GBbessere Texte, einfacher Code
27 bis 32 B18 bis 20 GBanspruchsvoller Chat, Programmieren
70 B40 bis 45 GBnah an großen Cloud-Modellen
120 B (gpt-oss-120b)rund 80 GBExperten-Niveau, viel Kontext

Zum Modell kommt noch Speicher für den Gesprächsverlauf (Kontext) und das Betriebssystem. Wer knapp plant, merkt das an einer KI, die plötzlich im Schneckentempo antwortet, weil Teile des Modells in den langsameren Arbeitsspeicher oder auf die Festplatte ausweichen.

Welche Hardware schafft welche KI?

GerätSpeicherWas realistisch läuft
Raspberry Pi 5bis 16 GB Arbeitsspeicherkleine Modelle (3 bis 4 B), langsam, gut zum Basteln
Mini-PC mit Intel N100laut Intel höchstens 16 GBkleine Modelle bis etwa 8 B, eher langsam
Mac mini mit M616, 24 oder 32 GB gemeinsamer Speichermit 16 GB Modelle bis 8 B, mit 32 GB bis etwa 30 B
Mac mini mit M5 Pro24, 48 oder 64 GBmit 64 GB auch 70-B-Modelle
PC mit GeForce RTX 509032 GB GrafikspeicherModelle bis etwa 30 B, sehr schnell
Framework Desktop (Ryzen AI Max+ PRO 495)bis 192 GB gemeinsamer Speicherlaut Hersteller Modelle der 300-B-Klasse in 4 Bit
NVIDIA DGX Spark64 oder 128 GBlaut NVIDIA bis 100 bzw. 200 Milliarden Parameter

Ein Unterschied ist wichtig: Eine Grafikkarte wie die RTX 5090 rechnet sehr schnell, hat aber nur 32 GB eigenen Speicher. Macs, der Framework Desktop und die DGX Spark teilen sich einen großen gemeinsamen Speicher zwischen Prozessor und Grafik. Sie sind pro Antwort meist langsamer, können dafür aber deutlich größere Modelle laden.

Mein Rechner hat 16 GB, was nun?

Mit 16 GB bist du gut dabei. OpenAI gibt für sein offenes Modell gpt-oss-20b an, dass es mit 16 GB Speicher läuft. Auch die vielen Modelle zwischen 7 und 14 B passen. Für 70-B-Modelle oder gpt-oss-120b reicht das nicht, dafür braucht es 48 GB und mehr.

So probierst du es aus

  • Ollama von ollama.com herunterladen und installieren (Windows, macOS, Linux).
  • Ein kleines Modell laden, zum Beispiel mit dem Befehl ollama run gpt-oss:20b bei 16 GB oder ein 3-B-Modell bei weniger Speicher.
  • Klappt es flüssig, kannst du dich Stück für Stück an größere Modelle herantasten.

Ein Hinweis zur Erwartung: Auch die großen lokalen Modelle sind nicht ganz auf dem Stand der neuesten Cloud-KIs. Für Texte, Zusammenfassungen, Ideen und einfache Programmieraufgaben reichen sie aber gut, und deine Daten bleiben bei dir.

Quellen

Stand: 4. November 2026. Speicherwerte sind Richtwerte für 4-Bit-Modelle, Gerätedaten laut Herstellern.

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