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- 6 Quellen am Ende
1,58 Millionen verkaufte Hefte im Jahr 1991: Die Bravo gehört zu den Dingen, über die jeder etwas „genau weiß“. Hier stehen acht Behauptungen, die man oft hört, mit der belegten Antwort. Starten kann man mit jeder; die Quellen stehen unten.
„Dr. Sommer gab es von Anfang an“
Teils richtig
Die erste Bravo erschien am 26. August 1956. Eine Vorläuferrubrik, der „Knigge für Verliebte“, startete laut taz und Planet Wissen 1962. „Dr. Sommer“ beantwortete laut Planet Wissen ab dem 20. Oktober 1969 die Fragen der Jugendlichen zu Sex; SRF nennt ebenfalls 1969, abomix „Ende der 1960er“.
„Hinter Dr. Sommer stand ein einzelner Arzt“
Teils richtig
Zunächst stand hinter dem Pseudonym „Dr. Jochen Sommer“ der Psychotherapeut Martin Goldstein, der in Köln eine Jugendberatungsstelle leitete; er verbarg seine Identität, um seinen Ruf zu schützen. Mitte der Siebziger wurde daraus ein Team aus Pädagogen und Therapeuten, das fast 100 Briefe am Tag beantwortete (Planet Wissen). 1984 endete die Ära Goldstein, die Sozialpädagogin Margit Tetz trat als erste Mitarbeiterin öffentlich auf; 2014 verlor die letzte Leiterin des Teams, Jutta Stiehler, durch Sparmaßnahmen ihre Stelle.
„Die Bravo hatte in den Neunzigern ihren Höhepunkt“
Quellen widersprechen sich
Laut abomix erreichte sie 1991 mit 1,58 Millionen verkauften Exemplaren ihren Höchststand, die taz nennt für 1991 knapp 1,6 Millionen. SRF schreibt dagegen, Mitte der Neunziger seien es pro Ausgabe mehr als 1,5 Millionen gewesen. Laut taz ist die Auflage seit 1998 um die Hälfte eingebrochen (Stand 2007).
„Die erste Bravo Hits ging sofort auf Platz 1“
Mythos
Die erste Bravo Hits erschien laut jpc-Blog am 21. April 1992 mit 16 Titeln, die Leser gewählt hatten, als CD, Kassette und LP. Ausgabe 1 und 2 erreichten Platz 2 der deutschen Charts; jede spätere Hauptausgabe kam auf Platz 1. Ab Ausgabe 3 (1993) erschien die Reihe dreimal im Jahr, ab 1996 viermal.
„Die Bravo wurde nie beanstandet“
Mythos
Laut SRF warnte die Bravo 1966 vor Selbstbefriedigung, 1972 wurden zwei Hefte auf den Index gesetzt, weil sie sie positiv darstellten. 1996 gab es eine Doppelseite mit einem nackten 16-jährigen Paar; die Bundesprüfstelle lehnte eine Indizierung ab.
„Die Bravo erscheint jede Woche“
Mythos
Sie erschien laut abomix lange wöchentlich, ab 2015 alle zwei Wochen und ab 2020 monatlich. Die Redaktion zog 2021 von München nach Köln. Zur heutigen Auflage nennen die Quellen unterschiedliche Zahlen: die taz (zum 65. Jubiläum) rund 82.500, abomix etwa 66.000 und SRF (zum 70. Jubiläum) etwa 45.000 Exemplare. Laut SRF bleibt sie das meistverkaufte Jugendmagazin Deutschlands.
„Bravo TV lief jahrzehntelang“
Mythos
Bravo TV startete laut profil 1993; Margit Tetz begann laut Planet Wissen im selben Jahr mit Sexualaufklärung im Fernsehen, das sich nicht durchsetzte. Laut taz wurde Bravo TV 2007 wegen schlechter Quoten eingestellt. 2001 ging die Bravo online und beriet auch per E-Mail, was wegen der Flut an Fragen bald wieder eingestellt wurde.
„Es gab nur das eine Heft“
Mythos
Laut abomix gab es Spezialtitel wie Bravo Screenfun (bis 2009), Bravo HipHop (bis 2012) und Bravo Sport, Bravo Sport erschien laut profil 1994. Der erste Starschnitt erschien laut taz und SRF schon 1959 mit einem Foto von Brigitte Bardot, die Bravo-Charts gab es laut abomix ab 1960. Mehr zum Zeitschriftenmarkt steht im Heft-CD-Beitrag.
Zum Anschauen
Weiterlesen: Viva und MTV.
Quellen (6) · Stand Oktober 2026
- taz: Jugendmagazin Bravo wird 65
- abomix: BRAVO, Geschichte eines Magazins
- Planet Wissen: Dr. Sommer, Aufklärungspapst der Bravo
- SRF: 70 Jahre Bravo, Dr. Sommer, Stars und Skandale
- jpc-Blog: Bravo Hits 100, ein Rückblick zum Jubiläum
- profil: 60 Jahre Bravo, die Hits als Erfolgsgeschichte
Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.
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