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Wer in den Neunzigern Musikvideos sehen wollte, schaltete Viva oder MTV ein. Hier steht die Geschichte der beiden Sender in belegten Daten: wann sie starteten, wie sie sich zueinander verhielten, wer vor der Kamera stand und wann beide verschwanden.
Inhalt (8)
Die Zeitleiste

Viva startet in Köln
Viva sollte das deutsche Gegenstück zu MTV Europe werden. Dort liefen damals überwiegend englischsprachige Videos; Viva plante dagegen laut Ruhrbarone mit 40 Prozent mehr deutscher Musik. Laut hiphop.de war Viva beim Start der einzige deutsche Musiksender, weil MTV den deutschen Dienst erst 1997 startete. Der Kanal MTV Deutschland nennt in einem Rückblick-Video für „VIVAs erste offizielle Sendung“ den 24. Dezember 1993.
Die treibende Kraft beim kommerziellen Start war Dieter Gorny. Vorher leitete er das Rockbüro NRW und war langjähriger Geschäftsführer der Fachmesse Popkomm. Als Viva an die Börse wollte, wurde er laut Ruhrbarone zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, und er führte den Sender bis zur Übernahme. Wer den Sender „gegründet“ hat, ist in den Quellen unterschiedlich dargestellt; deshalb steht hier nur seine belegte Rolle.
Wie viel Geld Viva verdiente
Musikfernsehen lohnte sich: Laut Ruhrbarone meldete Viva für 2002 einen Umsatz von 109 Millionen Euro und einen Gewinn von 15 Millionen Euro, hauptsächlich aus dem Fernsehgeschäft und nicht aus dem Musikprogramm.

MTV Germany: Die Antwort
Am 7. März 1997 startete MTV Germany. Laut t-online war es eine Reaktion auf den Erfolg von Viva; MTV Europe begann damit, regional zu senden. Bekannt wurden laut Tagesspiegel unter anderem Kristiane Backer, Ray Cokes, Nora Tschirner und Christian Ulmen. Das Video zeigt MTV Europe, den Vorgänger-Kanal, mit Ray Cokes (1991).
Die Gesichter: VJs und Moderatoren
Viva machte aus Moderatoren Prominente, die später in anderen Bereichen weiterarbeiteten. Laut Musikexpress und Ruhrbarone gehörten unter anderem diese dazu:
- Heike Makatsch moderierte 1993 „Interaktiv“ und später „Bravo TV“ auf RTL 2.
- Nilz Bokelberg gehörte zu den ersten VJs; Mola Adebisi kam 1993 gemeinsam mit ihm und Makatsch zu Viva.
- Matthias Opdenhövel moderierte von 1993 bis 1996 „Interaktiv“.
- Tobi Schlegl moderierte ab 1995 „Interaktiv“ und weitere Formate.
- Enie van de Meiklokjes moderierte von 1996 bis 2000 „Was geht ab?“ und „Chartsurfer“.
- Charlotte Roche moderierte „Fast Forward“ auf Viva Zwei.
- Markus Kavka moderierte Rockmusik-Formate auf Viva und Viva Zwei.
- Stefan Raab begann laut Ruhrbarone seine Karriere bei Viva.
- Oliver Pocher und Klaas Heufer-Umlauf werden von hiphop.de und nmz.de ebenfalls als frühere Viva-Gesichter genannt.
Viva und deutscher Rap
Markus Kavka sagt laut hiphop.de, die Entwicklung des deutschen Rap Ende der Neunziger habe von Viva profitiert. Rapper-Interviews, etwa frühe Clips mit Bushido, wurden später auf YouTube mit mehreren hunderttausend Aufrufen bekannt. Laut Ruhrbarone liefen bei Viva auch Techno-Acts wie Marusha, die Boyband Tokio Hotel und die Gruppe Die Doofen.
Der Abstieg und das Ende
Laut hiphop.de wurden die eigenen Produktionen wie „Viva Live“ und „Get The Clip“ zunehmend durch gekaufte Sendungen und Wiederholungen von MTV, Nick und Comedy Central ersetzt. Ab 2014 sendete Viva laut Musikexpress nur noch halbtags und teilte sich den Sendeplatz mit einem Comedy-Programm; hiphop.de nennt Comedy Central ab 17 Uhr.
Viacom beendete den Sendebetrieb zum 31. Dezember 2018 und begründete das laut Tagesspiegel mit der stärkeren Marke MTV. Der letzte Titel war „Zu geil für diese Welt“, derselbe Song wie 1993. Zum Jahreswechsel 2025/26 schaltete der Mutterkonzern auch die internationalen MTV-Musikkanäle ab; laut Tagesspiegel bleibt MTV HD in Deutschland, setzt aber auf Unterhaltung statt Musik.

Zum Schluss
Quellen (9) · Stand Oktober 2026
- Ruhrbarone: 30 Jahre VIVA
- hiphop.de: 30 Jahre VIVA
- Musikexpress: VIVA-VJs der 90er und was aus ihnen wurde
- Musikexpress: VIVA wird eingestellt
- Tagesspiegel: Auf Nimmer-VIVAsehen
- Tagesspiegel: MTV stellt Musikkanäle ein
- t-online: 25 Jahre MTV Europe
- nmz: Pures Chaos bei Viva
- radioeins: Bye-bye MTV
Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos. Zu Sendungsdetails und Zahlen jenseits der genannten gibt es hier bewusst keine Angaben.
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