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Mars Pathfinder 1997: Die Landung im Netz

Titelbild: Mars Pathfinder 1997, Die Landung im Netz
  • Lesezeit etwa 4 Min.
  • 3 Quellen am Ende

Am 4. Juli 1997 setzte ein Roboter auf dem Mars auf, und auf der Erde brach der Verkehr zu seinen Bildern fast zusammen. Mars Pathfinder war eine Raumsonde, ein kleiner Rover und, ohne dass es jemand so geplant hatte, eines der ersten großen Ereignisse des Webs.

Hinweis: Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von der NASA und sind gemeinfrei (Quelle jeweils Wikimedia Commons). Das hier ist eine unabhängige Fan-Seite, NASA und JPL sind Namen ihrer Inhaber. Das Vorschaubild oben ist eine eigene Gestaltung auf Basis eines der NASA-Fotos.

Inhalt (6)

Eckdaten

MerkmalAngabe
Start4. Dezember 1996, Delta-II-Rakete, Cape Canaveral
Landung4. Juli 1997 im Ares Vallis, einer Ebene in der Chryse Planitia
Gesamtkosten280 Millionen US-Dollar, einschließlich Rakete und Missionsbetrieb
RoverSojourner, etwa 65 cm lang, 48 cm breit, 30 cm hoch
Letzter Kontakt27. September 1997
Offizielles Ende10. März 1998

Die technischen Angaben stammen aus der englischen Wikipedia.

Vorbereitung und Start

Ein Lander für unter 150 Millionen und ein Rover für 25 Millionen US-Dollar: Das war das Ziel einer Mission, die ausdrücklich billiger sein sollte als die Viking-Missionen von 1974, die rund 935 Millionen kosteten. Dafür gab es einen ungewöhnlichen Trick, Airbags.

Techniker in weißen Schutzanzügen stehen um einen großen, mehrlagigen Airbag, der in einer Halle aufgeblasen getestet wird
Techniker testen am 14. Juni 1995 die mehrlagigen Airbags, die den Lander beim Aufprall schützen sollten. Bild: NASA, gemeinfrei (Quelle: Wikimedia Commons).
Mitarbeiter in Reinraumanzügen stehen um den Mars-Pathfinder-Lander mit aufgeklappten Solarpaneelen, auf einem davon sitzt der kleine Rover
Am 2. Oktober 1996 bereiten Mitarbeiter den Lander vor und schließen seine Blütenblätter; auf einem davon sitzt der Rover Sojourner. Bild: NASA, gemeinfrei (Quelle: Wikimedia Commons).
Mehrere Techniker in Schutzanzügen arbeiten auf einer Plattform an der Raumsonde auf der Spitze einer Rakete
Der Lander am 27. November 1996 auf der Delta-II-Rakete, kurz bevor die Nutzlastverkleidung verschlossen wurde. Bild: NASA, gemeinfrei (Quelle: Wikimedia Commons).

Die Landung

  • Die Sonde trat mit rund 6,1 km/s in die Marsatmosphäre ein, ein Hitzeschild bremste sie, dann öffnete sich ein Fallschirm.
  • Kurz vor dem Aufprall blähten sich vier mehrlagige Airbags aus Vectran auf, die den Lander umschlossen.
  • Der Aufprall erfolgte mit etwa 14 m/s, der Lander hüpfte mindestens 15 Mal.
  • Danach wurde er nach dem Astronomen Carl Sagan in „Carl Sagan Memorial Station“ umbenannt.

Sojourner, der kleine Rover

Der Rover erhielt den Namen der Frauenrechtlerin Sojourner Truth, vorgeschlagen von der damals zwölfjährigen Valerie Ambroise in einem weltweiten Schulwettbewerb. Er fuhr insgesamt etwa 100 Meter und entfernte sich nie weiter als 12 Meter von der Station. In 83 Sols entstanden 550 Fotos und chemische Analysen an 16 Stellen. Zwei Gesteine bekamen Namen: Barnacle Bill ähnelt irdischem Andesit, Yogi ist basaltisch.

Vier Mars-Fahrzeuge in unterschiedlicher Größe nebeneinander, der kleine Sojourner-Rover links, der große Curiosity rechts
Größenvergleich: Sojourner (1997) neben den Mars Exploration Rovers, dem Phoenix-Lander und Curiosity. Bild: NASA/JPL-Caltech, 2008, gemeinfrei (Quelle: Wikimedia Commons).

Das Netz-Ereignis

Bis dahin galten Fotoabzüge im Format 8 × 10 Zoll als wichtigstes Produkt für die Öffentlichkeit. Pathfinder war laut NASA die erste Mission, die das Internet als primären Weg zur Verbreitung nutzte. Wie viel Verkehr das erzeugte, zeigt diese Übersicht:

ZeitpunktZugriffe („Hits“)Einordnung
Vor der Landung25 Millionen pro Tag erwartetspäter auf 60 bis 80 Millionen pro Tag korrigiert
4. Juli 1997rund 30 MillionenLandetag
7. Juli 1997rund 80 Millionenerster Werktag nach der Landung
1996Spitze 21 MillionenSchachduell Kasparow gegen Deep Blue
199618 Millionen an einem TagWebsite der Olympischen Spiele in Atlanta
2004109 Millionen in 24 StundenLandungen von Spirit und Opportunity

Ein „Hit“ zählt jede einzelne Dateianfrage, nicht einen Besucher. Eine Seite mit zwanzig Bildern ergibt also zwanzig Hits. Dass die Zahlen trotzdem beeindruckten, lag an der Lage: Ein Netz aus Spiegelservern (Mirror-Sites), aufgebaut vom JPL-Ingenieur Kirk Goodall zusammen mit anderen US-Behörden und später auch Unternehmen und Backbone-Anbietern, hielt den Verkehr vom Labor fern. In Frankreich bat die Regierung die Menschen laut NASA, die Seiten nicht aufzurufen, weil der Datenverkehr den Telefondienst beeinträchtigte. Bei der NASA-Zentrale wurde der E-Mail-Verkehr am 7. Juli spürbar langsamer.

Zu den Seiten, die damals Links auf solche Fundstücke sammelten, gehört der Beitrag über Funlink-Seiten. Quelle für die Zahlen dieses Abschnitts: NASA: The Day the Internet Stood Still.

Was die Mission lieferte

  • Der Lander übermittelte rund 2,3 Milliarden Bit (etwa 287,5 MB), darunter etwa 16.500 Bilder.
  • Dazu kamen 8,5 Millionen Messungen zu Luftdruck, Temperatur und Wind.
  • Das Alpha-Proton-Röntgenspektrometer analysierte Gestein und Boden und fand alle Elemente außer Wasserstoff.
  • Die Partikel im rosafarbenen Himmelsdunst hatten laut Auswertung einen Radius von etwa einem Mikrometer.
Quellen (3) · Stand Oktober 2026

Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos. Bilder: NASA, gemeinfrei.

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