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Kazaa, eMule und LimeWire: Die Tauschbörsen nach Napster

  • Lesezeit etwa 4 Min.
  • 10 Quellen am Ende

Als Napster im Sommer 2001 abgeschaltet wurde, war die Lücke nicht lange leer. Kazaa, eMule und LimeWire hatten verschiedene Betreiber, verschiedene Netzwerke und sehr verschiedene Enden. Es geht um die Geschichte, nicht um Anleitungen.

Hinweis: Das hier ist eine unabhängige Fan-Seite, Kazaa, eMule und LimeWire sind Namen ihrer Inhaber. Ich verlinke keine Programme und keine Tauschbörsen und erkläre nicht, wie man geschützte Werke ohne Berechtigung tauscht.

Inhalt (4)

Die drei im Vergleich

MerkmalKazaaeMuleLimeWire
StartMärz 200120023. Mai 2000
NetzwerkFastTrackeDonkey2000 und KadGnutella
BetreiberSharman Networks, ansässig in Australien, eingetragen in Vanuatufreies EntwicklerteamLime Wire LLC, Mark Gorton
EndeJuli 2006: Vergleich mit der Musik- und Filmindustrie, Umbau zum legalen Dienst geplantläuft als freies Projekt weiter; der Index-Server Razorback2 wurde im Februar 2006 beschlagnahmt, der Datenverkehr änderte sich kaum26. Oktober 2010: Gericht verbietet Vertrieb und Support

Kazaa

Kazaa und das FastTrack-Protokoll entstanden bei estnischen Programmierern, zu denen Jaan Tallinn gehörte. Die Rechte gingen an Niklas Zennström und Janus Friis, die später Skype mitgründeten. Im März 2001 erschien Kazaa, kurz vor dem Ende von Napster. Betrieben wurde es später von Sharman Networks, ansässig in Australien und eingetragen in Vanuatu.

  • Klagen gegen Nutzer: Die RIAA ging ab 2003 gegen einzelne Tauschbörsen-Nutzer vor. Laut Forbes standen Strafen von bis zu 750 US-Dollar pro Lied im Raum, Vergleiche lagen oft bei rund 3.000 US-Dollar.
  • Adware: Der kostenlose Client war mit Werbesoftware gebündelt, 2006 stufte StopBadware.org Kazaa als Spyware ein. Der Klon Kazaa Lite wurde dadurch populär.
  • 5. September 2005: Das australische Bundesgericht entscheidet, dass Sharman das Tauschen „autorisiert“ hat.
  • 27. Juli 2006: Sharman einigt sich mit Musik- und Filmindustrie. Laut AP geht es um mehr als 115 Millionen US-Dollar, der Branchenverband IFPI sprach von „mehr als 100 Millionen“. Kazaa sollte Filter einbauen und sich zu einem lizenzierten Dienst wandeln.
  • 26. November 2006: Die letzte Software-Version (3.2.7) erscheint.

eDonkey und eMule

eMule ist ein freier, quelloffener Client (GPL) für das eDonkey2000-Netz und das serverlose Kad-Netz, als Alternative zum ursprünglichen eDonkey-Client entwickelt. Eine Messstudie der Universität Wien nennt Kad nach dem Ende von Overnet das beliebteste P2P-System auf Basis einer verteilten Hash-Tabelle.

  • Credits-System: Seit Version 0.19a (14. September 2002) werden Clients in der Warteschlange umso schneller bedient, je mehr Daten sie zuvor hochgeladen haben.
  • Februar 2006: Belgische Behörden beschlagnahmen Server mit dem Index-Server Razorback2, der Betreiber wird in der Schweiz festgenommen. Der Index-Server zählte laut MPAA bis zu 1,3 Millionen gleichzeitige Nutzer und speicherte selbst keine Dateien. Ein Netzanalyst sagte, der Datenverkehr sehe ohne Razorback2 gleich aus.
  • September 2006: Der Betreiber des ursprünglichen eDonkey-Netzes stellt den Vertrieb ein. eMule selbst ist ein unabhängiges Open-Source-Projekt und lief weiter.

LimeWire

LimeWire wurde von Mark Gorton in New York entwickelt und von Lime Wire LLC vertrieben, die erste Version erschien am 3. Mai 2000. Im Mai 2010 stellte Bundesrichterin Kimba Wood fest, dass das Unternehmen und Gorton persönlich für Urheberrechtsverletzungen haftbar sind. Am 26. Oktober 2010 verpflichtete sie das Unternehmen per einstweiliger Verfügung, Vertrieb und Unterstützung der Software einzustellen. Auf der Webseite stand, das Herunterladen oder Teilen urheberrechtlich geschützter Inhalte ohne Erlaubnis sei illegal. Firmenchef George Searle zeigte sich „enttäuscht“. Im Mai 2011 einigte sich Gorton mit den Labels auf rund 105 Millionen US-Dollar.

Was davor kam, steht im Beitrag über Napster, was danach auf dem Rechner lief, im Winamp-Beitrag.

Quellen (10) · Stand Oktober 2026

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