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Napster 1999: Der Moment, in dem Musik eine Datei wurde

  • Lesezeit etwa 3 Min.
  • 5 Quellen am Ende

Napster startete im Juni 1999, hatte zwei Jahre später Millionen Nutzer und war im Sommer 2001 wieder weg. Die Angaben stützen sich auf Berichte der Zeit und spätere Rückblicke, nicht nur auf Nachschlagewerke.

Hinweis: Videos werden erst nach deinem Klick von YouTube geladen. Das hier ist eine unabhängige Fan-Seite, Napster und die genannten Namen gehören ihren Inhabern. Ich verlinke keine Programme und keine Tauschbörsen, und ich erkläre nicht, wie man Musik ohne Berechtigung kopiert. Es geht um Geschichte, nicht um Anleitungen.

Inhalt (6)

Eckdaten

MerkmalAngabe
StartJuni 1999, entwickelt im Studentenwohnheim der Northeastern University in Boston
GründerShawn Fanning und Sean Parker; sein Onkel John Fanning hielt 70 Prozent der Anteile
FormatMP3-Dateien, die Nutzer gegenseitig auf ihren Rechnern zugänglich machten
Erste ZahlenVier Monate nach dem Start hatten sich 150.000 Menschen angemeldet
AbgeschaltetJuli 2001, nachdem Richterin Marilyn Hall Patel die Entfernung geschützter Inhalte angeordnet hatte
InsolvenzJuni 2002; die Vermögenswerte gingen an Roxio, ein legaler Dienst startete im November 2002

Wie es funktionierte

Napster ließ Nutzer in den MP3-Dateien anderer suchen und dann eine Kopie auf den eigenen Rechner laden. Die Software meldete dazu die Dateien an eine zentrale Liste, geladen wurde direkt von Rechner zu Rechner. Genau diese zentrale Liste machte den Dienst bequem, und sie machte ihn angreifbar: Es gab eine Stelle, die man verklagen und abschalten konnte.

Zum Alltag dieser Zeit gehörten die Wartezeit am Modem, der CD-Brenner und das Mixtape. Napster verband alle drei. Wie es auf dem Campus ankam, zeigt die Meldung der BBC vom September 2000: Von 50 untersuchten US-Universitäten hatte ein Drittel den Zugang gesperrt, weil die Netze überlastet waren und Rechtsstreit drohte.

Die Klagen

ZeitpunktWas passierte
Dezember 1999Der Verband der US-Plattenfirmen (RIAA) beginnt, Napster zu verklagen
April bis Mai 2000Metallica klagt und übergibt im Mai 13 Kartons mit Listen von Hunderttausenden Nutzern, die ihre Musik teilen
Juli 2000Richterin Patel erlässt eine einstweilige Verfügung, das Berufungsgericht setzt sie zwei Tage später vorläufig aus
Februar 2001Napster bietet den Labels einen Vergleich über 1 Milliarde US-Dollar an, der abgelehnt wird
Juli 2001Das Netzwerk geht vom Netz
September 2001Napster einigt sich mit den Urhebern auf eine Zahlung von 20 Millionen Pfund

Nutzerzahlen

AngabeWert
Verifizierte NutzerHöchststand 26,4 Millionen im Februar 2001
Schätzungenbis zu 80 Millionen Nutzer
Gleichzeitig online1,6 Millionen; rund zwei Milliarden getauschte Dateien im Januar 2001

Die beiden Nutzerzahlen zählen Verschiedenes: Die eine verifizierte, die andere geschätzte Konten.

Was aus dem Namen wurde

  • Mai bis Juni 2002: Im Mai kann Napster die Gehälter nicht mehr zahlen, im Juni meldet die Firma Insolvenz an.
  • 3. September 2002: Ein Insolvenzrichter in Delaware untersagt den Verkauf an den Hauptgeldgeber Bertelsmann, der bereits 85 Millionen US-Dollar in Napster investiert hatte. Grund war der Interessenkonflikt von Napster-Chef Konrad Hilbers, einem Bertelsmann-Manager.
  • November 2002: Roxio erwirbt Marke und Logos für 5,3 Millionen US-Dollar und startet im Oktober 2003 einen lizenzierten Abo-Dienst.
  • September 2008: Best Buy kauft Napster für 121 Millionen US-Dollar, ab Dezember 2011 gehört der Dienst zu Rhapsody.

Zwei Videos

Teil eins der Dokumentation „Downloaded“ (Regie Alex Winter, Kanal AOL Originals, rund 14 Minuten) über die Gründer und die Klagen:

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Und die kurze Chronik „The Rise & Fall of Napster“ vom Kanal der Grammys (knapp anderthalb Minuten):

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Quellen (5) · Stand Oktober 2026

Dazu: die Beschreibungen der verlinkten Videos.

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