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Wenn du in den 2000ern ein Büro-PC-Browserfenster aufhattest, hat dort wahrscheinlich ein Strichmännchen gewackelt. Flash war überall: Intros, Banner, Spiele, Musikvideos, ganze Webseiten. Vieles war grell, manches genial, und erstaunlich viel davon war einfach nur Quatsch, den man sich gegenseitig zuschickte.
Wie Flash entstand
Die Technik geht auf FutureWave Software zurück, die 1996 den „FutureSplash Animator“ entwickelte. Macromedia übernahm ihn laut Kaspersky und Das Internet-Lexikon im selben Jahr und nannte ihn Flash; andere Quellen datieren die Übernahme auf 1997. Adobe kaufte Macromedia 2005 (Das Internet-Lexikon; Kaspersky nennt 2006). Laut Das Internet-Lexikon war Flash über mehr als zehn Jahre die führende Technik für Werbebanner, Browserspiele und Videos. Auch YouTube nutzte sie, das 2005 startete (Kaspersky).
Warum es das nicht mehr gibt
Den Wendepunkt markierte 2010 der offene Brief „Thoughts on Flash“ von Steve Jobs; Apple lehnte Flash auf iPhone und iPad ab (Kaspersky, Das Internet-Lexikon). Dazu kamen Sicherheitslücken: Laut Kaspersky war Flash 2012 Spitzenreiter bei den auf Nutzer-PCs gefundenen Schwachstellen, und Firefox deaktivierte es 2015 standardmäßig.
Im Juli 2017 kündigte Adobe das Ende an. Der Support lief zum 31. Dezember 2020 aus, und seit dem 12. Januar 2021 blockiert der Flash Player laut Adobe Flash-Inhalte. Apple, Facebook, Google, Microsoft und Mozilla wollten Flash bis Ende 2020 aus ihren Browsern entfernen (Qualys). Für Besucher heißt das: Viele alte Seiten zeigen keinen Flash-Inhalt mehr.
Wo du die Klassiker heute findest
- Flashpoint: Das Archivprojekt von BlueMaxima sichert Browsergames und Animationen und spielt sie ohne die Flash-Unterstützung der Browser in einem mitgelieferten Client ab. Zum Start 2020 waren es laut BleepingComputer 38.526 Flash-Spiele; die Ultimate-Version war rund 288 GB groß, die Infinity-Version ein 256-MB-Launcher, der Spiele beim Spielen nachlädt. Laut Emulation General Wiki sind es inzwischen mehr als 190.000 Spiele und Animationen zusammen.
- Ruffle: Ein in Rust geschriebener Emulator, der per WebAssembly direkt im Browser läuft und als Erweiterung für Chrome und Firefox angeboten wird. Das Internet Archive kündigte im November 2020 an, Ruffle für seine Flash-Sammlung zu nutzen (The Register).
- Wayback Machine: Alte Seiten als Schnappschuss des Internet Archive, ideal um zu sehen, wie etwas damals aussah.
Mein Tipp: Wenn du etwas wiederfindest, schreib dir das Datum des Snapshots dazu. Alte Seiten sehen nicht immer so aus, wie man sie in Erinnerung hat, und Erinnerung ist ein ziemlich unzuverlässiger Archivar.
Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke hier bewusst auf Archive und Beschreibungen, nicht auf Raubkopien. Wenn etwas urheberrechtlich geschützt ist, lass ich es dort, wo es hingehört.
Quellen (10) · Stand Oktober 2026
- Adobe: Flash Player End of Life
- Qualys: Adobe Flash Player reaches end of life
- 9to5Mac: Adobe ends support for Flash Player
- Kaspersky: Die Geschichte von Flash
- Das Internet-Lexikon: Adobe Flash
- BleepingComputer: 38.000 Flash-Spiele archiviert
- Emulation General Wiki: Flashpoint
- The Register: Internet Archive und Ruffle
- Chrome Web Store: Ruffle
- Internet Archive: Wayback Machine
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