Seit Wochen gibt es in Frankreich Proteste, am 17. Oktober kippten sie in Gewalt: Ausschreitungen, Plünderungen und Brände, auch in Paris. Wer in den nächsten Tagen nach Paris fahren will oder schon dort ist, fragt sich: Ist das sicher, und was ist geöffnet? Hier steht, was nach aktuellen Meldungen bekannt ist und worauf Reisende achten sollten.
Die Lage ändert sich schnell. Die Zahlen stammen aus Medienberichten und weichen teilweise voneinander ab. Maßgeblich sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und die Angaben der französischen Behörden.
Was passiert ist
- Auslöser: Die Proteste begannen laut Berichten im September mit Schülern, später kamen Studierende, Gewerkschaften und Gelbwesten dazu. Es geht um hohe Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheit und Missstände im Bildungssystem (Berliner Zeitung, 24.10.).
- 17. Oktober: Landesweiter Protesttag mit rund 550.000 Teilnehmenden laut Innenministerium und etwa 800.000 laut Veranstaltern. Am Rand kam es zu Ausschreitungen, in Paris vor allem am Place de la République (ZDFheute, 18.10.).
- Folgen: Rund 2.400 Festnahmen laut Behörden (Stand Sonntagabend, 18.10.) und etwa 3.000 beschädigte oder geplünderte Geschäfte landesweit. Zu den verletzten Einsatzkräften nennen die Berichte zwischen 600 und fast 1.000 (ZDFheute) (Berliner Zeitung).
- Andere Städte: Auch aus Marseille, Lyon, Toulouse und anderen Städten wurden Zusammenstöße gemeldet. In Limoges brannte das Rathaus (ZDFheute). Mehr zu Limoges findest du in unserem Beitrag.
- Reaktion: Präsident Macron verurteilte die Gewalt, kündigte einen Runden Tisch an und verhängte keinen Ausnahmezustand (ZDFheute). Nach Angaben des ADAC will er landesweit nur noch von Gewerkschaften organisierte Demonstrationen zulassen (ADAC, 23.10.).
Die Lage am Samstag, 24. Oktober
- Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen sind im Einsatz, zusätzlich wurden 10.000 Kräfte mobilisiert (Berliner Zeitung, 24.10.).
- In Paris ist ein genehmigter Gewerkschaftszug von der Place de la Bastille zur Place de la Nation geplant. In Lyon wurden Versammlungen im Zentrum von 16 bis 23 Uhr untersagt (ADAC).
- Für mindestens zehn Städte gelten laut AFP zeitlich oder räumlich begrenzte Ausgangssperren (Berliner Zeitung).
Das rät das Auswärtige Amt
Das Auswärtige Amt rät Reisenden nach Frankreich, sich umsichtig zu verhalten und Demonstrationen möglichst zu meiden. Weitere Ausschreitungen seien in den kommenden Tagen nicht auszuschließen, die Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte sind zu befolgen (ADAC, 23.10.). Eine Reisewarnung wird in den Berichten nicht erwähnt, es gibt demnach nur Reisehinweise. Den aktuellen Wortlaut findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen zu Frankreich auf auswaertiges-amt.de.
Wichtig zu wissen: Wer sich nach Aufforderung nicht von ungenehmigten, gewalttätigen Demonstrationen entfernt, muss laut Auswärtigem Amt nach neuen Gesetzesänderungen mit Geldbußen und Schadensersatzforderungen rechnen (ADAC).
Was heißt das für eine Reise nach Paris?
- Protestorte meiden: Vor allem die Place de la République, an Demonstrationstagen auch Bastille und Nation. Demonstrationen können kurzfristig angekündigt werden, deshalb lokale Medien im Blick behalten.
- Museen vorher prüfen: Der Louvre blieb seit dem 19. Oktober zeitweise geschlossen, nachdem Demonstrierende die Eingänge blockiert hatten (Wetterauer Zeitung, 21.10.). Am Samstag bleiben laut Berichten auch Musée d’Orsay, Picasso-Museum und Grand Palais zu, bereits gebuchte Louvre-Tickets werden automatisch erstattet (Berliner Zeitung). Vor dem Besuch die Website des Museums aufrufen.
- Verkehr: Am 21. Oktober hieß es, Eurostar und Flüge verkehrten regulär, im Pariser Nahverkehr gebe es Störungen und umgeleitete Buslinien (Wetterauer Zeitung). Vor der Abreise den aktuellen Stand beim Verkehrsunternehmen prüfen.
- Innenstadt: In betroffenen Vierteln kann es zu Absperrungen und geschlossenen Geschäften kommen. Mehr Zeit für Wege einplanen und Wertsachen nicht offen mitführen.
- Stornieren oder fahren? Ohne offizielle Reisewarnung entsteht nicht automatisch ein Recht auf kostenlosen Rücktritt. Wer unsicher ist, spricht am besten mit Hotel, Veranstalter oder Versicherung über Umbuchung oder Erstattung, bevor er storniert. Das ist keine Rechtsberatung.
Wie geht es weiter?
Ob die Lage sich beruhigt, ist offen. Die Regierung hat einen Runden Tisch mit Studierenden, Lehrkräften, Gewerkschaften und Wirtschaftsvertretern angekündigt, die Demonstrierenden haben weitere Protesttage angekündigt. Wir aktualisieren diesen Beitrag, wenn sich die Reisehinweise ändern.
Stand: 24. Oktober 2026. Die Angaben stammen aus den genannten Medienberichten. Wir geben keine Rechts- oder Sicherheitsberatung. Bei konkreten Reisen immer die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts prüfen.
Quellen
- ZDFheute: Neue Unruhen in Paris, Macron kündigt Runden Tisch an (18.10.2026)
- Wetterauer Zeitung: Paris-Reise trotz Unruhen (21.10.2026)
- ADAC: Proteste in Frankreich, Auswärtiges Amt rät zur Vorsicht (23.10.2026)
- Berliner Zeitung: 70.000 Polizisten gegen neue Krawalle (24.10.2026)
- Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Frankreich

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